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Allianz-Zahlen: Überraschung groß, Ergebnis relativ

10.08.2015 – Baete allianzWeniger Neugeschäft und Probleme beim Asset-Management. Von Naturkatastrophen verschont, resultierte beim Versicherungsriesen aus München der Umsatzanstieg durch Übernahmen, der Gewinnsprung durch Sondereffekte. Trotzdem zeigt sich Oliver Bäte beim Ausblick mutiger. Die Allianz SE will 10,8 statt zehn Mrd. Euro in diesem Jahr operativ verdienen. Die Reaktionen sind verhalten, die Aktie verlor am Freitag stärker als der Gesamtmarkt.

Die Medien stürzten sich weniger auf die Zahlen als auf Oliver Bätes digitale Zukunftsstrategie (Link: DOSSIER). Für Analysten lohnte sich jedoch ein genauer Blick auf den Quartalsbericht.

Der Konzern aus München teilte am Freitag mit, dass der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,4 Prozent auf 30,2 Mrd. Euro stieg, während das operative Ergebnis um 2,6 Prozent auf 2,84 Mrd. Euro kletterte. Analysten hatten im Schnitt 2,94 Mrd. Euro erwartet. Der Sprung beim Quartalsergebnis um 15 Prozent auf  Mrd. auf 2,02 (1,76) Euro resultierte aus einer geringeren Steuerbelastung.

Für den größten global aufgestellten Vermögensverwalter bleibt gerade das Asset-Management die größte Baustelle. Die operativen Erträge in der Vermögensverwaltung beliefen sich im zweiten Quartal 2015 auf 1,55 (1,61) Mrd. Euro, ein Rückgang von 3,6 Prozent. Das operative Ergebnis brach um ein Viertel auf 505 (676) Mio. Euro ein. Allein aus der US-Fondstochter Pimco zogen die Kunden im Frühjahr 29,3 Mrd. Euro ab. Der Vorstand bewertet es positiv, dass die Abflüsse im Vergleich zum Vorquartal sich halbierten. Die kleinere Fondstochter Allianz Global Investors konnte sich über Zuflüsse freuen, die sich auf insgesamt 6,7 Mrd. Euro summierten. Das gesamte verwaltete Vermögen blieb bei 1,8 Bil. Euro.

Bei der Schaden-und Unfallversicherung nahmen die Bruttoprämien um über 9 Prozent zu, ohne positive Währungseffekte um 1,6 Prozent. Internes Wachstum verzeichneten vor allem Allianz Worldwide Partners, die Türkei und AGCS. Positiv zu Buche schlug auch der Verkauf des Privatkundengeschäfts der Fireman’s Fund Insurance in den USA. Die Solvenzquote hat sich abermals verbessert (Link: POLITICS).

Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich dank sehr geringen Schäden aus Naturkatastrophen auf 93,5 (94,6) Prozent. Die Kosten, hauptsächlich verursacht durch Stürme und Hagel in Australien, summierten sich hierbei auf 122 (172) Mio. Euro. Positiv zu Buche schlug auch der Verkauf des Privatkundengeschäfts der Fireman’s Fund Insurance in den USA.

In der Lebens- und Krankenversicherung sanken die Beitragseinnahmen hingegen um 1,4 Prozent, ohne positiven Wechselkurs- und Konsolidierungseffekt hätte gar ein Minus von 6 Prozent resultiert. Der Versicherungsriese macht dafür das niedrige Zinsumfeld verantwortlich. Insgesamt schrumpfte das Ergebnis um 13 Prozent auf 853 Mio. Euro. Dieser Rückgang ergab sich vor allem aus der geringeren Marge aus Kapitalanlagen in Deutschland und Stärkung der Reserven in Südkorea.

Am Freitag schloss die Aktie mit 1,13 Prozent im Minus. Analysten sprachen von durchwachsenen Zahlen, einige sahen in den Verlusten der Papiere aber auch Gewinnmitnahmen. Die Commerzbank lässt den Versicherungsriesen auf “Buy”, Kursziel lautet weiter 171 Euro. (vwh/dg)

Bild: Allianz-Vorstandsvorsitzender Oliver Bäte (Quelle: Allianz SE)

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