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Allianz-Chef will radikal aufräumen

29.09.2015 – Baete allianzDer neue Allianz-Chef, Oliver Bäte, kündigt in der englischen Presse an, dass er sich von einer bedeutenden Zahl von Altverträgen in der Lebensversicherung trennen will. Im Interview mit der Financial Times erklärte der Vorstandschef, dass vom Verkauf eher internationale Lebensversicherungen betroffen seien, weniger die auf dem deutschen Heimatmarkt. Mehr Details über seine Pläne gab er nicht bekannt.

Wo die Schwierigkeiten im Lebensversicherungsgeschäft stecken, macht der Geschäftsbericht der Allianz deutlich. Zwar stiegen Gewinn und Umsatz im Lebensversicherungsgeschäft stark an, doch das Marktrisiko ist weiterhin sehr groß: Von den 42,6 Mrd. Euro an Risikokapital nach Solvency II sind 24,2 Mrd. Euro der Lebensversicherung zugeordnet.

Viel geringere Probleme bereitet den Münchenern die Beherrschung der Risiken in der Schaden-Unfall-Versicherung. Sie beanspruchte nur 13,6 Mrd. Euro Risikokapital nach dem internen Modell der Münchener. Dabei wirft das eigentliche Stammgeschäft der Allianz viel mehr Gewinn ab als die Lebensversicherung, bei viel geringeren Umsätzen.

Alt-Bestände in der Lebensversicherung “fressen enorme Mengen an Kapital unter Solvency II”, sagte Bäte in der Financial Times. Bevor der Kapitalbedarf exponentiell ins Unermessliche steige, gelte es zu handeln und sie loszuwerden. (ba/ku)

Bild: Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte. (Quelle: Allianz)

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