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Allianz verkauft verlustreiche Südkorea-Tochter an Anbang

07.04.2016 – China Shanghai by_Ralf Hanke_pixelio.deDer für seine erworbenen Luxushotels bekannte chinesische Versicherer Anbang hat wieder zugeschlagen. Das aktuelle Kaufobjekt ist die Allianz Life Insurance Korea und Allianz Global Investors Korea von dem Münchener DAX-Konzern. Deren Chef Oliver Bäte hatte im Herbst angekündigt, bei defizitären Töchtern härter durchzugreifen. Anbang beziffert den Kaufpreis auf mehr als drei Mio. Dollar. Allianz-Papiere zogen mehr als ein Prozent an.

Vor zwei Monaten räumte Allianz-Chef Oliver Bäte ein, dass das Asiengeschäft aufgrund der hohen Zinsgarantien auf Lebensversicherungen sich nicht mehr rechnet. Europas größter Versicherer war seit 1999 in Südkorea aktiv. Der Verkauf der Tochter würde laut einem Sprecher die Bilanz mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag belasten.

Vor kurzem wurde bekannt, dass die Allianz ihr Lebengeschäft in Italien veräußert, wie VWheute berichtete. Der Verkauf des betroffenen Bestands mit einem Volumen von 4,5 Mrd. Euro würde den Münchnern 200 Mio. Euro einbringen. Auch in Italien leidet die Allianz unter den hohen Zinsversprechen, die sie in der Vergangenheit gegeben hatte. Deswegen setzt der Konzern zunehmend auf Infrastrukturprojekte, wie VWheute meldete.

Anbang ist dagegen international auf Expansionskurs und sicherte sich vergangenes Jahr zahlreiche Beteiligungen an Versicherern in Asien und den USA. Das Allianz-Geschäft in Südkorea hatte laut Anbang Ende 2015 Aktiva im Wert von rund 15 Mrd. US-Dollar und zählte 1,1 Millionen Kunden. Es wäre die zweite Akquisition der Chinesen in Südkorea. Vor einem Jahr erwarb die Gruppe für eine Mrd. Dollar eine Kontrollmehrheit an dem Lebensversicherer Tong Yang Life Insurance Co.

Mit dem Allianz-Deal will die chinesische Versicherungsgruppe ihr Asiengeschäft weiter ausbauen. Allianz-Vorstand Maximilian Zimmerer sieht Anbang in “einer sehr guten Position”, das Unternehmen “zu einer noch stärkeren Organisation mit einer erfolgreichen Zukunft weiterzuentwickeln”, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die örtlichen Aufsichtsbehörden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Schlagzeilen hatte Anbang zuletzt mit einem Bietergefecht um die Starwood-Hotels (Sheraton, Westin Grand) gemacht. Die Chinesen unterlagen gegen den Rivalen Marriott, konnten jedoch für 6,5 Mrd. Dollar den Zuschlag für Strategic Hotels & Resorts erhalten. Anbang gehört bereits das weltberühmte Hotel Waldorf-Astoria in New York. (vwh/dg)

Bild: Shanghai, Sitz der Anbang Insurance Group (Quelel: Ralf Hanke / pixelio.de)

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