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30.07.2016
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Allianz droht Lizenzentzug in der Ukraine

11.01.2016 – Flaggen-AllianzDer Bürgerkrieg in der Ukraine wird auch für die Versicherungsbranche zunehmend zum Problem, insbesondere weil die ukrainischen Versicherer unter russischer Kontrolle stehen. So hält auch die Allianz ihre ukrainische Konzerngesellschaft über eine russische Tochter. Die Ukrainian National Commission for State Regulation of Financial Services Markets beschloss nun zum Jahresende, dass die Lizenz der Allianz Ukraine ihre Gültigkeit verliert.

Sollte sich dies nicht bis zum Monatsende ändern lassen, so wird die Kiewer Allianz ihre Lizenz zur Fortführung des Geschäfts einbüßen, also in den keinesfalls durch mangelnde Solvabilität ausgelösten Run-off gehen.

Anscheinend bemüht sich Allianz noch fieberhaft, die Konzernbeziehungen nach Moskau mit fast 100 Prozent der Anteile noch rechtzeitig zu kappen. Dieses Vorhaben könnte jedoch an der ukrainischen Bürokratie scheitern.

Die Bruttoprämie der Allianz Ukraine betrug 2014 etwa 202,6 Mio. Hryvnia. Das Eigenkapital liegt derzeit bei 63,1 Mio. Hryvnia. Angesichts des derzeitigen Umrechnungskurses der ukrainischen Landeswährung in Euro (1 Hryvnia = 0,039 Euro) ergeben sich für die Konzernbilanz in Euro umgerechnet daraus lediglich Mikro-Beträge.

Die Ironie: Von eingeweihten Kreisen ist zu erfahren, dass Rosgosstrakh (ukrainische Tochter: Provodna Insurance) und Ingosstrakh (Tochter: Ingo Ukraine) bereits Mitte 2015 ihre lokalen Töchter an befreundete Investoren “veräußert” und damit wohl zum Gegenstand von Treuhandvereinbarungen gemacht haben. Also ein Fall, wo eine Bestimmung nicht nur Kollateralschäden verursacht, sondern auch noch vom eigentlichen Ziel ausgehebelt wird. (cpt)

Bildquelle: Allianz

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