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AIG verkauft Hypothekenversicherer für 3,4 Mrd. US-Dollar

17.08.2016 – AIG_AIGNach den überraschend guten Quartalszahlen schüttet der größte US-Versicherer erneut viel Geld an seine Aktionäre aus, indem er seine profitable Hypothekensparte United Guaranty an den Bermuda-Versicherer Arch Capital Group für 3,4 Mrd- US-Dollar verkauft. Ende Januar verkündete AIG, die Tochter noch an die Börse bringen zu wollen. Das nun abgeblasene IPO deutet darauf hin, dass die von Großaktionär Carl Icahn forcierten Aufspaltungspläne des Konzerns konkrete Züge annehmen.

Nach Angaben des Wall Street Journal fließen AIG 2,2 Mrd. US-Dollar in bar zu. Den Rest entrichtet Arch in Wertpapieren. Der Konzern hatte versprochen, an seine Aktionäre 25 Mrd. Dollar auszuschütten. Mit einem Verkauf statt einem Börsengang kann er dieses Ziel nun schneller erreichen.

United Guaranty dominiert ein Fünftel des US-Hypothekenversicherungsmarkts. Zum bereinigten Halbjahres-Betriebsergebnis in Höhe von 2,57 Mrd. US-Dollar konnte United Guaranty in den ersten sechs Monaten mit 350 Mio. US-Dollar beitragen. Ende Januar hatte AIG noch verkündete, in einem ersten Schritt einen Anteil von 19,9 Prozent an United Guaranty an die Börse bringen zu wollen. Zudem sollte das Vertriebsnetz verkauft und eine neue Konzernstruktur mit mehr Flexibilität eingeführt werden.

Mit diesen Schritten wollte der Konzern die von Großaktionär Carl Icahn geforderte Aufspaltung verhindern. Icahn zufolge würde damit verhindert, dass die US-Regierung AIG als systemrelevant einstuft und strengere Kapitalauflagen fordert. Drei enttäuschende Quartalsberichte in Folge spielten Icahn bislang in die Karten, bis Konzernchef Peter Hancock im August die Börsianer mit einem starken Neugeschäft und gesunkenen Kosten überraschte, berichtete VWheute. Um seinen Einfluss zu wahren, hatte Icahn im Februar einen Vertreter in das AIG-Direktorium entsendet.

AIG war einst der größte Versicherer der Welt. Nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers 2008 geriet auch AIG in Schieflage und wurde von der US-Regierung mit 182 Mrd. US-Dollar an Steuerngeldern vor dem Aus gerettet. Das Geld hat das Unternehmen inzwischen zurückgezahlt. (vwh/dg)

Bildquelle: AIG

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