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Zurich kritisiert mangelnde Prävention bei Unwettern

14.06.2017 – Monsunregen_Dieter Schuetz_pixelio.deDie Starkregenereignisse in Deutschland im vergangenen Juni 2016 haben in Deutschland Schäden in Höhe von rund 1,2 Mrd. Euro verursacht. Nach Ansicht der Zurich basiere die große Zerstörung durch die Wassermassen vor allem auf das fehlenden Verständnisses für die Prozesse, die während einer Sturzflut abgelaufen seien. Trotz 3.000 Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes müssten “Hot Spot”-Bereiche exakter identifiziert werden.

So brauche es vor allem Oberflächenwasser- und Sturzflut-Kartenmaterial, um künftig effizienter den Einsatz von Hilfsorganisationen zu planen, fordern die Experten der Zurich in ihrem jüngst vorgestellten PERC-Bericht (Post-Event-Review-Capability). “Zusätzlich wurde Infrastruktur zu nahe an kleinen Gewässern gebaut, die sich bei Sturzfluten zu reißenden Strömen entwickeln können. Anstatt sich hauptsächlich auf große Flusssysteme zu konzentrieren, muss das Wissen um kleinräumige Prozesse wie Engstellen und mögliche Verstopfungen durch Äste oder Geröll beim Risikomanagement berücksichtigt werden”, erläutert Michael Szönyi, Leiter des Flood Resilience Program bei Zurich.

Zudem sei das Risikobewusstsein in Deutschland noch nicht ausgeprägt, ergänzen die Experten und plädieren schon erwartungsgemäß für die Elementarschadenversicherung. “Das Ausmaß der Sturzflut war vielerorts deshalb so hoch, weil das Risikobewusstsein für derartige Ereignisse fehlt. Insgesamt werden die Wahrscheinlichkeit und auch die Wiederkehrperioden unterschätzt. Auch durch Fehlverhalten entstandene Folgeschäden wie Ölkontamination hätten in vielen Fällen vermieden werden können”, ergänzt Szönyi.

“Das Risiko von einem Naturereignis betroffen zu werden, wird vielfach als zu gering angesehen, hier fehlt es an Aufklärung. “Die Versicherungswirtschaft kann dieses Problem nicht alleine lösen, hier muss die Zusammenarbeit mit Staat und Kommunen, beispielsweise beim Ausweisen von Bauland, intensiver werden. Eine Pflichtversicherung würde jedoch falsche Anreize setzen. Denn Gefährdete und Betroffene hätten dadurch sehr viel weniger Anregungen, sich mit Schutzmaßnahmen zu beschäftigen”, betont Horst Nussbaumer, Chief Claims Officer der Zurich Gruppe Deutschland.

Die Grenzen des technischen Hochwasserschutzes seien noch nicht verstanden worden, kritisiert der Versicherer. So würde die zunehmende Bodenversiegelung im Rahmen neuer Überbauungen und intensiver Landwirtschaft die Folgen von Starkregen verschlimmern. Vielmehr sollten künftig vor allem multifunktionale Lösungen forciert werden, beispielsweise Grünflächen mögliche Rückhalteflächen.

“Gegen Sturzfluten und Hochwasser kann man sich erfolgreich schützen. Analysen haben ergeben, dass jeder in Prävention investierte Euro Schäden in der Höhe von ca. fünf Euro verhindert. Dennoch werden weltweit nur rund 13 Prozent des Geldes in Prävention, etwa 87 Prozent aber in Wiederaufbau investiert. Es muss durch ausreichende Prävention unbedingt verhindert werden, dass die Zunahme an Schäden – auch im Rahmen des Klimawandels – unkontrolliert und somit unbezahlbar wird”, fordert Szönyi. (vwh/td)

Bildquelle: Dieter Schütz / PIXELIO (www.pixelio.de)

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