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VHV mit kräftigem Wachstum und verbessertem Rating

27.04.2017 – Uwe Reuter_VHVFür die VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung war das Geschäftsjahr 2016 nicht spektakulär, weil es an die guten Ergebnisse der Vorjahre anknüpfte, so der Kommentar von Vorstandschef Uwe H. Reuter bei der Vorlage der Bilanz. Das Besondere für ihn, der seit 2002 an der Spitze der Versicherungsgruppe steht, ist das aktuell von Standard & Poor erstmals von A auf A+ verbesserte Rating.

Die Gruppe ist damit seit 2014 der einzige Versicherungskonzern mit einem angehobenen Rating. Ausschlaggebend für das Plus war vor allem die Kapital-und Ertragsstärke. Diese spiegelt sich auch in der hohen Überdeckung der Solvenzkapitalanforderung ohne Nutzung von Übergangsmaßnahmen von 320 Prozent in der Gruppe und 436 Prozent bei der der Hannoverschen Leben wider.

Für 2016 weist der Konzern einen Jahresüberschuss von 127,8 (Vorjahr:140,1) Mio. Euro aus. Dass der Rekordwert des Vorjahres nicht erreicht wurde, ist laut Reuter auf die höhere Dotierung der Schwankungsrückstellungen zurückzuführen, denn das Ergebnis von Steuern und vor Schwankungsrückstellung lag mit 257,8 (243,6) Mio. Euro sehr deutlich über dem Zielwert.

Mit einer Steigerung der Vertragszahlen um 6,3 Prozent auf 10,08 Millionen Stück einher ging ein Wachstum der verdienten Beiträge um 5,3 Prozent auf 2,87 Mrd. Euro. Infolge hoher Veräußerungsgewinne (145 Mio. Euro in der Lebensversicherung) konnte das Kapitalanlageergebnis um 19,5 Prozent auf 653,9 Mio. Euro verbessert werden. Die Nettoverzinsung lag bei 4,3 (3,7) Prozent. Die haftenden Eigenmittel wurden weiter um 6,3 Prozent auf 2,02 (1,90) Mrd. Euro aufgestockt. Damit ist die VHV, wie Reuter stolz erklärte, eine der solidesten und bestens finanzierten Gesellschaften am Markt.

Wachstum im Kompositbereich

Die das Kompositgeschäft betreibende VHV Allgemeine Versicherung AG konnte nach Angaben ihres Vorstandssprechers Thomas Voigt mit einem Wachstum der Beiträge um 7,3 Prozent auf 1,80 Mrd. Euro besser als der Markt abschneiden. Die Schaden-/Kostenquote erhöhte sich wegen eines leichten Anstiegs der Schäden auf 91,9 (88,7) Prozent. In der größten Sparte, der Kfz-Versicherung, bei der die VHV mit einem Marktanteil von 4,68 Prozent die Nummer vier auf dem deutschen Markt ist, stiegen die Beitragseinnahmen um 8,8 Prozent auf 1,21 Mrd. Euro.

Die Kfz-Sparte wächst seit 2011 jedes Jahr stärker als der Markt und das mit gutem Ertrag, betonte Reuter. Im Jahresendgeschäft konnten 240 000 Neuverträge abgeschlossen werden. Per Saldo blieb ein Plus von 80.300 Verträgen, ein laut Voigt sehr gutes Ergebnis. Mit ihren Telematik-Tarifen hat die VHV bislang wenig Erfolg. Rund 2.000 Verträge wurden abgeschlossen und damit deutlich weniger als erwartet. Als Grund nannte Voigt den aus Maklern und Mehrfachagenten bestehenden Vertrieb, dem das Produkt zu erklärungsbedürftig ist. Der Marktführer im Bauversicherungssegment profitiert weiterhin von dem hohen Bauaufkommen und will den Marktanteil von derzeit 23,6 Prozent durch eine Wachstumsoffensive bis 2020 auf 30 Prozent ausbauen.

Die Hannoversche Leben weist ein gutes und solides Ergebnis aus. Bei einer vor dem Hintergrund hoher Ablaufleistungen leichten Steigerung der Vertragszahlen erhöhten sich die Beiträge um 2,3 Prozent auf 968,6 Mio. Euro. Die Fokussierung auf Risikolebensversicherungen, die inzwischen einen Anteil von gut zwei Dritteln am Gesamtbestand ausmachen, hat sich nach den Worten von Vorstandssprecher Frank Hilbert ebenso ausgezahlt wie die niedrige Kostenquote, “eine der Besten am Markt”. Die Stornoquote liegt bei nur 1,8 (2,0) Prozent – ein Beweis für die Zufriedenheit der Kunden. Der Zinszusatzreserve wurden weitere 189,0 Mio. Euro zugeführt. Da Kapitallebensversicherungen mit hohen Garantiezinsen in den nächsten Jahren auslaufen, muss die Zinszusatzreserve künftig deutlich niedriger dotiert werden.

Auch im laufenden Jahr will die Versicherungsgruppe weiter wachsen. Das Geschäftsjahr hat laut Reuter sowohl im Bereich Komposit als auch bei Leben gut und aussichtsreich begonnen. Allein in der Kfz-Sparte stiegen die Beiträge im ersten Quartal um knapp neun Prozent. Auch die anderen Sparten verzeichneten erfreuliche Vertragszahlen bei gestiegenen Durchschnittsbeiträgen. (cs)

Bild: Uwe H. Reuter (Quelle: VHV)

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