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US-Versicherer lässt Übernahme durch Anbang platzen

19.04.2017 – anbang_hyIn den USA haben Aufsichtsbehörden aufgrund kartellrechtlicher Bedenken zuletzt mehrere große Fusionen verhindert. Die geplatzte Übernahme des US-Lebensversicherers Fidelity & Guaranty Life durch die Anbang Group könnte jedoch politisch motiviert sein – oder ein Beleg dafür sein, dass der für seine erworbenen Luxushotels bekannte Versicherungsriese Anbang, es mit seinen US-Investments nicht so ernst meint.

Beide einigten sich 2015 auf einen Preis von 1,6 Mrd. Dollar. Doch US-Behörden verlangten von den Chinesen zusätzliche Informationen, die Anbang immer noch nicht geliefert hat. Anbang ließ in diesem Zusammenhang eine im November 2016 getroffene Vereinbarung mit dem US-Versicherer auslaufen, sodass Fidelity & Guaranty Life bekannt gab, dass man offen für weitere Offerten von anderen Investoren offen sei.

Vor einem Jahr hat Anbang überraschend den Kauf der Hotelkette Starwood für 14 Mrd. Dollar wieder absagen müssen. Damals wurde spekuliert, dass die chinesische Versicherungsaufsichtsbehörde Circ mit der Entscheidung etwas zu tun hatte. Denn die chinesische Regierung kritisiert schon lange, dass die Gelder ins Ausland strömen und nicht zur Wirtschaftsbelebung im Inland investiert werden. Circ befürchtet, dass sich die Versicherer mit den Zukäufen übernehmen können. Besonders bei mittelständischen Versicherern fehlt es an Know-how, wenn es um Auslandsinvestitionen und Unternehmensführung geht.

Nach eigenen Angaben verfügte Anbang Ende 2015 über ein Vermögen von umgerechnet 244 Mrd. Euro. Laut Bloomberg wurden in den vergangenen Jahren mindestens 13,5 Mrd. US-Dollar für Zukäufe ausgegeben. (dg)

Bild: Hauptquartier von Anbang Insurance in Peking.

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