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US-Stürme fegen Lloyd’s in die Verlustzone

02.10.2017 – Inga Beale_LloydsIm ersten Halbjahr musste Lloyd’s Gewinneinbußen hinnehmen: Das Minus von 16 Prozent auf 1,22 Mrd. Pfund sei aber zum Teil auf Währungseffekte zurückzuführen. In diesen Zahlen sind die Stürme in der Karibik und den USA noch nicht berücksichtigt. Auf das Gesamtjahr wird die Londoner Versicherungsbörse jedoch rote Zahlen schreiben. “Irma” und “Harvey” kosten Lloyd’s etwa 4,5 Mrd. Dollar, erklärte CEO Inga Beale.

Die Zahl beruhe auf Schadenmodellen, sagt Beale der Nachrichtenagentur Reuters. Um die Folgen des dritten Hurrikans “Maria” abzuschätzen, der binnen weniger Wochen über Nord- und Mittelamerika hinweggezogen war, sei es noch zu früh. “Die Hurrikan-Saison läuft noch, und Erdbeben kann es jederzeit geben”, sagte Beale.

Nach Berechnungen der Investmentbank Jefferies werde Lloyd’s damit voraussichtlich in diesem Jahr rote Zahlen schreiben. Normalerweise erwirtschafteten die Syndikate 2,1 bis 3,5 Mrd. Pfund Gewinn im Jahr, erklärten die Analysten. Die Verluste aus dem reinen Versicherungsgeschäft – also ohne die Erträge aus Kapitalanlagen – dürften höher ausfallen als im letzten großen Naturkatastrophen-Jahr 2011. Nach Berechnungen zahlreicher Experten dürften “Harvey” und “Irma” versicherte Schäden in Höhe von 50 bis 70 Mrd. verursacht haben.

Beale machte sich auch Sorgen bezüglich des Brexits. Der Umzug nach Brüssel sei für eine Versicherungsbörse mit 83 Syndikaten etwas komplizierter als für ein einzelnes Unternehmen. Dennoch erwartet sie, dass das neue EU-Hauptquartier Mitte 2018 in Betrieb gehen kann. Über die Halbjahreszahlen dürfte sich Beal gefreut haben. Lloyd’s meldete eine Reduzierung der Combined Ratio auf 96,9 Prozent und einen Anstieg der gezeichneten Bruttoprämien auf 21,9 Mrd. Euro sowie eine Jahreskapitalrendite von 8,9 Prozent für denselben Zeitraum.

Auch konnte im Berichtszeitraum ein Anstieg des Underwriting-Ergebnisses von 78 Prozent auf 0,43 Mrd. Euro verzeichnet werden. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die geringe Anzahl an Großschäden, Maßnahmen zur Eindämmung leistungsschwacher Geschäftszweige sowie gleichzeitigem Preis- und Handelswettbewerb in den meisten anderen Sparten.

“Unser Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt einer starken Underwriting-Disziplin und der Konzentration auf profitable Geschäftssparten. Diese Strategie zeigt nun Erfolge, aber wir können es uns nicht leisten, dieses Ziel aus den Augen zu verlieren, wenn wir die Lloyd’s Plattform als attraktivste Option für die Kunden positionieren wollen”, erklärte Inga Beale. (vwh/dg)

Bild: Inga Beale, Chefin von Lloyd’s of London (Quelle: Lloyd’s)

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