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“Transformation heißt nicht Big Bang und alles ist anders”

26.06.2017 – achim_kassow_ergoDie Ergo Deutschland setzt auf die Lebensversicherung. Dafür will der Versicherer die Klassik-Bestände “in einer internen organisatorischen Einheit” bündeln, so Vorstandschef Achim Kassow im Exklusiv-Interview mit VWheute. Zudem hat die Ergo mit der IT noch ein “dickes Brett” zu bohren, während sie international vor allem nach China und Indien schaut.

VWheute: Sehr geehrter Herr Kassow, Klassik in der Lebensversicherung ist “out”. Sie trennen die Altbestände von kapitalmarktnahen Produkten. Wie genau wird die “Einheit Leben Klassik”, die 2018 startet, aussehen und arbeiten?

Achim Kassow: Das Neugeschäft mit kapitalmarktnahen Produkten konzentrieren wir in der Gesellschaft Ergo Vorsorge. Die Verwaltung der Bestände klassischer Lebensversicherungen bündeln wir dagegen in einer internen organisatorischen Einheit namens Leben Klassik. Sie verwaltet künftig die Klassik-Bestände von Ergo Leben, Victoria Leben und Ergo Pensionskasse.

Zusammen haben diese Gesellschaften mehr als sechs Millionen Lebensversicherungsverträge im Bestand. Mit dem neuen Ansatz können wir unseren Bestand klassischer Lebensversicherungen mittelfristig so effizient wie ein Einsparten-Versicherer steuern, ohne dafür eine eigene Gesellschaft zu gründen.

VWheute: Das “dickste Brett” das Sie bei der Umstrukturierung “bohren” müssen, ist die Transformation der bisherigen Bestandsführungs- und Leistungs-IT. Was ist genau geplant? Und wie sieht der Zeitplan aus?

Achim Kassow: Ja – die IT ist bei jedem Versicherer ein dickes Brett, man kann sich nur Schritt für Schritt hindurcharbeiten. Transformation heißt eben nicht Big Bang, und alles ist anders. Vielmehr steuern wir die Transformation, indem wir drei Schwerpunkte definiert haben, die aufeinander aufbauen.

In einer ersten Phase haben wir die strukturellen Grundlagen in der IT gelegt, personell und organisatorisch. Aktuell steht eine kundenzentrierte Datenarchitektur im Fokus: Wie müssen wir Daten verfügbar machen, um unsere Kunden optimal betreuen zu können?

Parallel arbeiten wir an der Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse, die den dritten Schwerpunkt unserer Transformation bildet. Für unser gesamtes Programm haben wir uns einen Zeitraum bis Ende 2020 vorgenommen.

VWheute: Kooperationen sollen ein ganz wichtiges Standbein werden und 2020 rund 1,4 Mrd. Euro an Beiträgen generieren. Welche Joint Ventures gibt es, welche sind in Planung und welche können Sie sich für die Zukunft vorstellen?

Achim Kassow: Im Hinblick auf unser internationales Geschäft schauen wir vor allem auf unsere Joint Ventures in China mit Shandong und in Indien mit HDFC – beides Länder mit wachsendem Versicherungsbedarf. In der von Ihnen genannten Summe ist auch das Geschäft mit Partnern wie dem Optiker Apollo enthalten. Im Hinblick auf zukünftige Partnerschaften beobachten wir den Markt und sollten sich Gelegenheiten anbieten, werden wir sie sehr sorgfältig darauf prüfen, ob sie zu unserem strategischen Vorgehen passen.

Die Fragen stellte VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek.

Bild: Achim Kassow, Vorstandsvorsitzender der Ergo Deutschland AG (Quelle: Ergo)

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