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Talanx verdient weniger und gründet neues Unternehmen

14.05.2018 – talanx_sitz_talanxTrotz höherer Einnahmen sank der Gewinn der Talanx im ersten Quartal. Schuld sind das Orkantief “Friederike”, die US-Steuerreform sowie das schlechte Geschäft in der deutschen Feuer-Industrieversicherung. Deutschlands drittgrößter Versicherungskonzern verkündete gleichzeitig, sein Spezial-Geschäft neu aufzustellen: Die Töchter Hannover Rück und HDI Global tun sich mit ihren margenstarken Spezialversicherungsgeschäften zusammen.

HDI Global Specialty, heißt das neue Unternehmen, an dem der Industrieversicherer HDI 50,2 Prozent und der Rückversicherer Hannover Rück 49,8 Prozent halten werden. Im Zuge des Deals übernimmt HDI für rund 100 Mio. Euro die Mehrheit an der Hannover-Rück-Tochter Inter Hannover. Die Specialty-Aktivitäten beider Töchter sollen ab 2019 bereits mehr Gewinn zusammen erwirtschaften, als die beiden bisher getrennten Einheiten.

Die neue Gesellschaft HDI Global Specialty SE soll Agentur- und Spezialerstversicherungsgeschäft unter anderem in den Sparten Vermögensschadenhaftpflicht, Organhaftpflicht, Rechtsschutz, Sports and Entertainment, Luftfahrt, Offshore Energy und Tierversicherung zeichnen. Im ersten Schritt soll HDI Global für 100 Mio. Euro die Mehrheit an der Hannover-Rück-Tochter Inter Hannover erwerben. Danach soll Inter Hannover in HDI Global Specialty SE umfirmieren. Die HDI Global SE bringt ihr Specialty-Portfolio in die neue Gesellschaft ein.

“Das Specialty-Geschäft wächst bei attraktiven überdurchschnittlichen Margen jedes Jahr deutlich stärker als das klassische Industriegeschäft”, sagt HDI-Chef Christian Hinsch. Der neue Spezialversicherer soll am 1. Januar 2019 die operative Tätigkeit aufnehmen.

Neben der Verkündung des Joint Ventures wurde gleichzeitig genau auf die Quartalszahlen geschaut. Unter dem Strich verdiente der Talanx-Konzern mit Marken wie HDI und Neue Leben 218 Mio. Euro und damit gut acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ohne den negativen Steuereffekt aus den USA von 25 Mio. Euro wäre der Gewinn gestiegen, sagte der neue Talanx-Chef Torsten Leue. So zog auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um fast drei Prozent an.

Die Prämieneinnahmen wuchsen um 8,3 Prozent von 9,8 auf 10,6 Mrd. Euro(währungskursbereinigt: +14,1 Prozent). Alle Segmente bis auf das deutsche Lebensgeschäft trugen zum Prämienwachstum bei. Die Geschäftsbereiche Privat- und Firmenversicherung Deutschland, Privat- und Firmenversicherung International und Rückversicherung steigerten das operative Ergebnis gegenüber der Vorjahresperiode.

Sturmtief “Friederike” kostete den Gesamtkonzern rund 59 Mio. Euro. Dennoch ging die Großschadenbelastung den Angaben zufolge im Jahresvergleich von 153 Millionen auf rund 138 Mio. Euro zurück. Die deutschen Feuer-Industrieversicherung bereitet weiterhin Probleme. Das Prämienniveau im Feuergeschäft müsse um mindestens 15 Prozent steigen, sagte Finanzvorstand Immo Querner. Dies sei aber vor dem Jahr 2020 nicht zu erreichen. (vwh/dg)

Bildquelle: Talanx-Gruppe

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