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R+V testet autonome Flughafenbusse

23.10.2017 – autonome_fraportbusse_mvbMit leisem Summen setzt sich der futuristisch anmutende Kleinbus in Bewegung. Elf Fahrgäste kann er aufnehmen – ein Fahrzeuglenker ist nicht dabei, denn das automatisierte Gefährt zieht selbst fahrend seine Runden. Am Frankfurter Flughafen startete in Kooperation mit der Fraport AG ein Forschungsprojekt der R+V Versicherung zum autonomen Fahren. Dort werden zunächst zwei Fahrzeuge im Innenbereich des Airports im Mischverkehr getestet.

Der zu den Marktführern gehörende Versicherer und die Nummer zwei in Deutschland bei Sachversicherungen will mit Blick auf die automobile Zukunft bereits jetzt eigene Daten und Erkenntnisse für neue Kfz-Versicherungskonzepte sammeln. “Selbst fahrende Autos sind wohl eine der spektakulärsten Innovationen in der Mobilitätsgeschichte”, so der Vorstandsvorsitzende Norbert Rollinger bei der Vorstellung des Projektes.

Ein wichtiges Ziel sei es, in diesem Segment durch proaktives Erforschen der Technologie eigene Kompetenz aufzubauen, bevor die neue Kfz-Technik mit komplexer Software und einer Vielzahl von Sensorsystemen und Kameras vermehrt auf den öffentlichen Straßen unterwegs ist.

R+V investiert 100 Mio. Euro jährlich

In einer solchen Phase der “Neu-Erfindens” könne das 95 Jahre alte Unternehmen, das pro Jahr 100 Mio. Euro in seine Innovationen, speziell in die Digitalisierung, investieren will, nicht ausschließlich “aus der inneren Struktur heraus” agieren. Umgesetzt wird das Forschungsprojekt am Frankfurter Flughafen daher seit Jahresbeginn durch ein junges Team mit Namen “R+V Innovation Labs ‘Connected Cars’” in Wiesbaden, einer verlängerten kreativen Werkbank des Konzerns.

Dabei stehen wichtige Fragen im Mittelpunkt: Funktionieren Technik und Software dauerhaft zuverlässig? Wie hoch ist die Akzeptanz im Straßenverkehr? Und, wichtig für die Sparte Kfz-Versicherungen, ob automatisiertes Fahren Einfluss nimmt auf Schadenhöhe und -häufigkeit.

Für die Testphase hat Fraport eine 1,5 Kilometer lange Strecke zur Verfügung gestellt. “Die Zusammenarbeit mit R+V ist uns hoch willkommen. Wir versprechen uns von dieser Technologie insbesondere eine bessere und flexiblere Planbarkeit der Prozesse”, erläuterte Anke Giesen, Vorstand Operations der Fraport AG. Das Thema “autonomes Fahren” sei schon länger im Blick des Flughafenbetreibers.

Projektpartner wollen Betrieb im “komplexen Realverkehr” erproben

Mit der Versicherung als Partner ergebe sich nun die Möglichkeit, solche Fahrzeuge im sehr komplexen Realverkehr auf dem Betriebsgelände zu erproben. Schon in der Testphase werde man die beiden Kleinbusse zum Transport von Mitarbeitern einsetzen. Wenn sich die Technologie bewährt habe, könnten auch Passagieren auf diese Weise befördert werden.

Fahren ohne Fahrzeuglenker – was in der Luftfahrt seit langem Stand der Technik ist, verursacht immer noch ein “flaues Gefühl”. Doch allgemeiner Tenor bei R+V war, dass die Gefahr von Unfällen sinkt, je weiter und perfekter die Forschung auf diesem Gebiet voranschreitet.

Assistiert vom Kompetenzteam des Lab Connected Cars betonte Jan-Dirk Dallmer, Chef der Sparte Sachversicherungen (“Composit”), dass die Zunahme automatisierten Fahrens auf längere Sicht eine Abnahme der Risiken mit sich bringe. Allein beim Abbiegen, so der Hinweis von Teammitglied Marcel Heinz, sei das fahrerlose Auto der konventionellen Fahrweise überlegen, da die Sensoren in alle Richtungen sehen könnten.

Der Mensch blicke beim Abbiegen immer nur in eine Richtung über die Schulter. Auch das “Daddeln” mit dem Handy wäre dann gefahrlos möglich. Zur Zeit stellt die Ablenkung des Autofahrers durch das Smartphone die Unfallursache Nummer eins in Deutschland. (mvb)

Bild: Anke Giesen (links) und Norbert Rollinger (rechts). (Quelle: mvb)

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