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Ösa: “Kapitalerträge schmelzen wie Butter in der Sonne”

23.06.2017 – peter_ahlgrim_oesaDie Ösa Öffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt hat ihr 25. Geschäftsjahr aufgrund des extrem geringen Schadenanfalls mit einem positiven versicherungstechnischen Ergebnis abgeschlossen. Es sorgte dafür, dass die wie “Butter in der Sonne dahinschmelzenden Kapitalerträge” ausgeglichen werden konnten. Vorstandschef Peter Ahlgrim beklagte, dass die Kapitalanlagen nur noch ein Drittel des früheren Ertrags abwerfen.

Und diese flössen zu einem großen Teil in die Zinszusatzreserve und kämen damit nicht den Kunden zugute. Ahlgrim äußerte jedoch die Hoffnung, dass es bald zu Änderungen bei der Berechnung der Reserve kommen wird. Und auch bei dem für einen kleinen regionalen Versicherer wie die Ösa immensen Aufwand für Solvency II, den er für Großkonzerne durchaus für berechtigt hält, sieht er erste Anzeichen für Erleichterungen.

Die Anforderungen für die Bedeckung der Eigenmittel erfüllt die Ösa allerdings allemal, und zwar ohne Inanspruchnahme von Übergangsregelungen. Bei der Sachversicherung Ösa Feuer liegt sie wegen der unterstellten Überschwemmungsgefahr für ganz Sachsen-Anhalt bei 161 Prozent, sind es bei der Ösa Leben 211 Proznet. Ahlgrim ist stolz darauf, dass Assekurata die Ösa zu den leistungsstärksten Versicherungen in Deutschland zählt.

Im Geschäftsjahr 2016 hat die Ösa-Gruppe die Beitragseinnahmen deutlich und weitaus stärker als die Branche steigern können. Dies gilt sowohl für die Sach- als auch die Lebensversicherung. Insgesamt wurde ein Wachstum von elf Prozent auf 283,2 Mio. Euro erzielt. Damit hat die Ösa deutlich besser als der Markt abgeschnitten.

Die Ösa Feuer kommt auf ein Plus von 5,4 Prozent auf 131,9 Mio. Euro. Maßgeblichen Anteil an dem Wachstum hatte neben der Kfz-Versicherung die Wohngebäudeversicherung. Die Ösa Leben kann eine enorme Steigerung der gebuchten Bruttoprämien von 16,4 Prozent auf 151,3 Mio. Euro vorweisen. Während die laufenden Beiträge um 2,8 Prozent uf 97,6 Mio. Euro zulegten, schossen die Einmalbeiträge im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklung in der Branche um mehr als 50 Prozent auf 53,2 Mio. Euro nach oben.

Im Geschäftsbericht wurde dieser rasante Anstieg mit der erfolgreichen Einführung der ÖsaStrategierente mit eingeschränkten (Garant) oder keinen Garantien (Invest) begründet. Die klassische Lebensversicherung mit Garantien ist, wie betont wird kaum noch gefragt. Unter dem Strich wird für die Gruppe ein Jahresüberschuss von 2,0 (2,1) Mio. Euro ausgewiesen.

Bei der Ösa Feuer sind 2016 die Schadenmeldungen kräftig gesunken, da keinerlei Schäden durch Extremwetter zu verzeichnen waren. Dadurch verringerte sich die Schadenquote auf 54,6 (71,4) Prozent. Da gleichzeitig die Kosten gedrückt werden konnten, lag die Combined Ratio bei 79,6 (97,0) Prozent und damit auf einem Rekordtief. Dies schaffte die Möglichkeit Rückstellungen und Reserven für kommende Katastrophen zu bilden. Gestiegen sind 2016 vor allem Leitungswasserschäden und Schäden durch Einbruch und Diebstahl. Die versicherungstechnische Rechnung schloss mit einem Gewinn von 5,2 Mio. Euro nach einem Verlust von 3,4 Mio. Euro im Vorjahr.

Die Ösa Leben verzeichnete wegen des Ablaufs der vor zwölf Jahren noch steuerfreien Versicherungsverträge einen Anstieg der Versicherungsleistungen auf 77,4 (67,7) Mio. Euro. Der Zinszusatzreserve mussten 18,1 (10,4) Mio. Euro zugewiesen werden. Dies machte den Verkauf von hochverzinslichen Papieren notwendig. Insgesamt lagen daher die Kapitalerträge bei der Ösa mit 46,4 Mio. Euro über Vorjahr (45,3 Mio. Euro). Die Nettoverzinsung sank leicht von 4,1 auf 4,0 Prozent.

Ahlgrim erwartet auch für 2017 nach dem guten Start weiter steigende Beitragseinnahmen. Die Ösa Feuer soll um zwei bis 2,5 Prozent wachsen, die Ösa Leben um 2 Prozent. Aufgrund der bisherigen Schadenentwicklung schaut der Vorstandschef optimistisch in die Zukunft. (cs)

Bild: Peter Ahlgrim, Vorstandsvorsitzender der Ösa Öffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt, auf der Bilanzpressekonferenz. (Quelle: Ösa)

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