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Munich Re präsentiert neue App für Schaden-Management

20.02.2017 – Klaus_Wenselowski_Munich_ReDie neue Big-Data-Anwendung “Early Loss Detection“ spürt Feuer-Schäden stündlich aktuell auf. Klaus Wenselowski, Leiter Property-Schadenreferat bei Munich Re, stellte das neue Angebot vergangene Woche vor. Die Cloud-Lösung erfasst regionale Nachrichten, filtert relevante Informationen heraus, vergleicht Geo-Daten des Vorfalls mit Standorten der Kunden und ermöglicht Erstversicherern so eine deutlich frühere Schaden-Regulierung.

“Zeit ist Geld”, bringt Klaus Wenselowski den Nutzen des neuen Tools auf den Punkt. Gemeinsam mit Empolis Information Management hat Munich Re eine Big-Data-Anwendung entwickelt, die mehrere tausend Newsquellen, vorwiegend Online-Ausgaben von Regionalzeitungen, beobachtet und nach vordefinierten Stichworten absucht.

Schäden zwischen einer und zehn Mio. US-Dollar brauchten besonders lange, bis sie den Versicherern bekannt würden, schließlich sei die “ökonomische Tragweite der Schäden zu klein, um in überregionalen Medien zu landen”, erklärt Alexander Firyn, Senior Consultant bei Empolis auf dem Big Data Summit 2017 der Bitkom in Hanau. Der Algorithmus der “Early Loss Detection” sammelt Orts- und Schadensdaten, vergleicht Zeitungsartikel daraufhin, ob sie vom gleichen Schaden berichten, rechnet auf den Schadentag zurück und stellt die Daten schließlich aggregiert für den Schaden-Manager in einer Karte dar.

Eine Triple-Win-Situation: Erstversicherer wissen schon vor Eingang der Schaden-Meldung um den Vorfall, können deutlich schneller und somit günstiger regulieren; Versicherungsnehmer werden früher beim Wiederaufbau unterstützt und für Rückversicherer Munich Re schlägt der Schaden in geringerem Maße oder – der Idealfall – erst gar nicht zu Buche. Gerade in der Industrieversicherung sei eine schnelle Regulierung essentiell, gibt Wenseloswki zu Bedenken und nennt Kraftwerke als Beispiel: Ein defekter Hochspannungs-Transformator sei nicht so schnell zu erwerben und müsse so früh wie möglich bestellt werden. “Je schneller sie das in Gang setzen, desto weniger Versicherungsleistung müssen sie zahlen.”

“Hamburg ist total gemein”

Die vielen Daten zu sammeln, sei kein Problem bei dieser Big Data-Anwendung, der News-Crawler besorge dies automatisch. Schwierig sei vielmehr, die Daten richtig zu gewichten, erklärt Firyn. Es sei ein Unterschied, ob ein Wort eine Straße bezeichne oder den gleichlautenden Ort. Auch häufig existierende Ortsnamen, die jedoch voneinander unabhängig sind, forderten das System heraus. “Hamburg ist total gemein”, seufzt Firyn. Ein reines “Named entity recognition”-Verfahren reiche daher nicht aus, doch auch dieses Problem habe man gelöst.

Neben der kostenlosen App, in der Erstversicherer ihre versicherten Risiken mit den aufgespürten Schäden vergleichen können, bietet Munich Re zwei weitere Produkte, die sich aus dem gleichen Textkorpus von mehreren Hundert Gigabyte am Tag speisen: In einem Online-Portal können die Kunden Details zu den Schäden aufrufen und ein ebenfalls buchbares E-Mail-Alerting pusht aktuelle Schaden-Meldungen direkt in das Postfach des Schaden-Managers.

Bisher versteht die Datenkrake von Munich Re und Empolis nur spanisch und englisch. Eine deutsche Lokalisierung und eine Übertragung auf andere Versicherungssparten plant Munich Re zwar, jedoch sei das Informationsnetz hierzulande deutlich dichter als in Lateinamerika. Daher habe man die Software zunächst für diese Region eingeführt. Soziale Medien bezieht der einzige Versicherungs-Use-Case auf dem Big-Data-Gipfel nicht ein.

Verfügbar ist die App ab heute auf iTunes und Google Play. (de)

Bild: Klaus Wenselowski stellt “Early Loss Detection” auf dem Big Data Summit 2017 in Hanau vor. (Quelle: de)

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