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Meag: Anleger müssen sich Risiko stellen

30.01.2017 – juergen_callies_meagWill ein Anleger Gesamterträge erzielen, die deutlicher über Null liegen, wird er notwendigerweise sein Risiko hochfahren müssen, konstatiert der Assetmanager der Munich Re, Meag, in seinem Jahresausblick für 2017. Demnach gehen die Experten davon aus, dass im laufenden Jahr die Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien sowie die Wahl Donald Trumps zum neuen Chef im Weißen Haus besonders nachhallen.

So werde sich dessen Rhetorik nach Ansicht der Meag-Experten nicht in Luft auflösen, sondern vielmehr in entsprechende Maßnahmen getreu seinem Motto “America first” münden. Dies signalisiert ein (vorübergehendes) Ende der stetigen Ausweitung des Freihandels, der Beschluss des Brexit das Ende eines immer stärker integrierten Europas.

Diese Strukturbrüche werden nach Ansicht der Meag-Analysten in diesem Jahr maßgeblich dafür sorgen, dass jenseits des Hauptbildes wirtschaftliche Risiken Chancen überwiegen. Im Zentrum der globalen Wirtschaftsüberlegungen stehen nach Ansicht von Jürgen Callies, Leiter Research der Meag, die Entwicklung in den USA.

“Die Fortführung des bislang viertlängsten US-Konjunkturaufschwungs im Nachgang zur Rezession nach Lehman 2008 ist unser Hauptszenario: die Frühindikatoren sprechen dafür. Der Arbeitsmarkt ist nahe einer Vollbeschäftigung und das Ziel der neuen US-Administration ist eine Beschleunigung des Wachstums. Chancen bestehen in einem Wirtschaftsprogramm, das ähnlich erfolgreich wie zur Reagan-Zeit wird. Risiken sehen wir in der bislang zu vernehmenden protektionistischen Attitüde”, betont Callies.

Darüber hinaus werden neben den weiteren politischen Unwägbarkeiten für die Kapitalanleger – insbesondere den kommenden Wahlen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden – auch die ungelösten oder potentiellen Konflikte im Mittleren Osten oder dem südchinesischen Meer im Fokus der Anleger stehen.

Neben diesen strukturellen Herausforderungen steht nach Ansicht der Meag-Experten auch die Politik der Notenbanken wieder im Blickfeld der Anleger, waren diese nach Einschätzung der Meag in den letzten Jahren für eine Inflationierung der Assetpreise an den Kapitalmärkten maßgeblich verantwortlich. Zudem läuft der Effekt der gesunkenen Ölpreise auf die Inflation nicht nur aus, sondern drehe sich ins Gegenteil, prognostiziert die Meag. Das Ergebnis: Inflation werde zumindest in der ersten Hälfte 2017 wieder ein Thema werden.

“Vor dem Hintergrund einer restriktiveren US-Notenbank, steigender Inflationsraten und eines akzeptablen Wachstumstrends sollten die Zinsen ausgehend von den USA 2017 weiterhin moderat ansteigen. Dies bedeutet, falls es nicht zu politischen Schocks kommt, dass wir in Deutschland die Tiefststände bei den Renditen bereits gesehen haben”, prognostiziert Callies mit Blick auf die mögliche Zinsentwicklung in 2017. (vwh/td)

Bild: Jürgen Callies, Leiter Research der Meag (Quelle: Meag)

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