Versicherungswirtschaft-heute

            Mobilsite

 

Maxpool wirft WWK Betrug vor

29.01.2018 – WWK Versicherungen_Gebauede HVSelten hört man einen so harten Angriff in aller Öffentlichkeit. Maxpool erhebt gegenüber der WWK den Betrugsvorwurf. Der Versicherer habe Kunden und Makler “bewusst getäuscht”. Der Hintergrund ist eine Preissteigerung in der “BU und RiLV von bis zu 40 Prozent”. Der Maklerpool hat Beschwerde bei der Bafin eingereicht und sucht das Gespräch mit dem Bund der Versicherten.

Die Preiserhöhung ist nicht die erste Verfehlung der Versicherung: “Vor genau zwei Jahren machte die WWK schon einmal mit einer gravierenden Beitragserhöhung von bis zu 35 Prozent in Risikotarifen (BU und RiLV) Schlagzeilen. Von den saftigen Erhöhungen haben die Versicherungsmakler peinlicherweise zum großen Teil erst von ihren Kunden erfahren”, echauffiert sich Maxpool-Chef Oliver Drewes.

Die mangelnde Kommunikationsstrategie erzürnt die Hamburger. Die aktuellen Beitragserhöhung wurden wie vor zwei Jahren “wieder nicht” oder “viel zu spät kommuniziert”. Erst zwei Tage vor Weihnachten wäre die telefonische Mitteilung über die Erhöhung gekommen. “Wir sind nicht bereit, das Verhalten der WWK und die Preispolitik des Versicherers einfach unkommentiert hinzunehmen. Aus unserer Sicht hat der Versicherer Kunden und Makler bewusst getäuscht”, schreibt Maxpool.

Die Vorwürfe werden noch härter

“Bewusst getäuscht”, das ist nichts anderes als der Vorwurf des Betruges. Drewes konkretisiert die Vorwürfe und wirft der Versicherung eine bewusst täuschende Preispolitik vor: “Es ist doch kein Zufall, dass eine Beitragsanpassung von satten 35 Prozent stattfand, die nur kurze Zeit später mit 40 Prozent noch einmal getoppt wurde. Die WWK hat doch gute Aktuare, weshalb aus meiner Sicht vollkommen klar ist, dass die Anpassungen im Vorfeld bereits lange absehbar und geplant sein mussten und nur aus politischen Gründen auf zwei große Schritte verteilt wurden.”

Drews erhärtet und erweitert seine Vorwürfe sogar noch: “Tarifdefizite entstehen doch nicht kurzfristig innerhalb von ein oder zwei Jahren. Ein solch verantwortungsloses Manöver geht aus unserer Sicht über verletzte Sorgfalt hinaus, vielmehr sollten aus unserer Sicht die Kunden und die beratenden Makler offenbar bewusst getäuscht werden.”

Der Vorwurf der mangelhaften Kalkulation klingt valide, VWheute hat wegen der Vorwürfe bei der WWK nachgefragt, bis Redaktionsschluss allerdings keine Antwort erhalten.

Verbrüderung mit dem “Feind”

Etwas überraschen dürfte die Tatsache, dass der Maklerpool wegen dem Fall an den Bund der Versicherten herangetreten ist. Stehen doch Beide eher in entgegengesetzten Lagern. Es seien laut Maxpool aber “neue Wege gefragt”, um dem “absolut kunden- und maklerunfreundlichen Verhalten der WWK” entgegenzutreten.

Angesprochen auf die neue Allianz antworteten die Verbraucherschützer zurückhaltend. Der Kontakt wurde seitens des Pools erst nach Versendung der Pressemitteilung hergestellt und sei “einseitig”, wie der BDV auf Nachfrage mitteilt.

Die Bafin spricht

Die Bafin äußert sich nicht zu konkretem Fall, erklärt aber, dass sie den Fall prüfen werde und sich mit Kläger und Beklagtem in Verbindung setzen wird. Ob die Erhöhung “formell gerechtfertigt sei”, werde ebenfalls geprüft, erklärt Bafin-Pressesprecher Norbert Pieper.

Man darf gespannt sein, wie die WWK reagiert, neben unzufriedenen Maklern, einem wütenden Maklerpool sind sicherlich die von der Erhöhung betroffenen Kunden das größte Problem des Versicherers. Keine einfache Situation direkt zu Beginn des Jahres. (vwh/mv)

Bild: WWK-Zentrale (Quelle: WWK)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten