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Köln rührt Werbetrommel für britische Versicherer

23.01.2017 – Blick auf Koeln_by_Brian Braem_pixelio.deMit dem drohenden Brexit wittert manche europäische Finanzmetropole bereits Morgenluft, zur neuen europäischen Nummer Eins unter den Finanzstandorten des Kontinents aufzusteigen. Während Frankfurt am Main bereits offen um Finanz- und Versicherungsmanager aus dem Vereinigten Königreich buhlt, wirft nun auch die rheinische Karnevalshochburg Köln ihren Hut in den Ring.

“Wir sehen hier eine große Chance für unseren Standort, die wir nicht ungenutzt lassen sollten”, betont IHK-Präsident Werner Görg. Demnach fürchtet der IHK-Chef gegenüber der Kölnischen Rundschau eine drohende Isolation britischer Konzerne durch den EU-Ausstieg Großbritanniens. Daher müssten sich vor allem britische Versicherer, “die weiterhin in der EU tätig sein wollen, nach neuen Standorten umsehen”, betont Görg. Dabei nutzt der IHK-Präsident die Chance, gleich einmal kräftig die Werbetrommel für die rheinische Metropole zu rühren. So biete Köln aus seiner Sicht beste Voraussetzungen für die Ansiedlung von Versicherungsunternehmen.

Insurance-Boomtown Köln

Immerhin sind am Versicherungsstandort Nordrhein-Westfalen die meisten Branchenmitarbeiter tätig. Mit 76.490 Personen arbeiten mehr als ein Viertel aller im Versicherungsgewerbe tätigen Arbeitnehmer in Nordrhein-West­falen, konstatierte, Gothaer-Vorstandschef Karsten Eichmann unlängst im Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft.

Dabei ist die Rheinmetropole Köln für den Standort NRW seit Jahrzehnten von allergrößter Bedeutung: Mit über 26.000 Mit­arbeitern ist Köln nach München der zweitgrößte Ver­sicherungsstandort in Deutschland. Namhafte Unternehmen der Versicherungsbranche, wie Axa, Devk, Zürich und auch die Gothaer, haben ihren Hauptsitz oder eine Vertretung am Rhein. Aber nicht nur die Mitarbeiterzahlen sind ein Argument für NRW und insbesondere Köln, so Eichmann. Auch die Ausbildungsmöglichkeiten und der Bereich Forschung sowie Lehre sprechen für Nordrhein-Westfalen.

Lloyd’s will nicht nach Malta

Jedenfalls erhält die Bafin nach eigenen Angaben bereits Anfragen von Banken, die sich sogar freiwillig ihrer Aufsicht unterstellen möchten. Ebenso setzen sich britische Versicherer ernsthaft mit Filialgründungen in Deutschland auseinander. Die Versicherungsbörse Lloyd’s, die 2015 elf Prozent ihrer Prämien in der EU generierte, will eine EU-Vorschaltgesellschaft errichten.

Fünf Standorte sind im Gespräch, die Entscheidung soll im Februar fallen. Seit dem Brexit-Votum ist ein regelrechtes Wettrennen zwischen den Metropolen Frankfurt, Paris, Luxemburg und Dublin um die Gunst der Londoner Finanzdienstleister entbrannt. Bislang hat Lloyd’s-Chefin Inga Beale gegenüber der britischen Zeitung The Independent ausgeschlossen, dass Malta als Standort für eine Tochtergesellschaft in Frage komme.

Trotz gemeinsamer Sprache und der Nähe zu London ist auch Dublin derzeit zu klein. Für Paris spricht, dass die französische Hauptstadt vor allem im Anleihehandel und im Fondsmanagement stark aufgestellt ist. Die Europäische Zentralbank ist dagegen am Main angesiedelt, ebenfalls die Europäische Versicherungsaufsicht. Die noch in London ansässige EBA, die Europäische Bankenaufsicht, muss sich nach der Brexit-Entscheidung auch ein neues Domizil suchen. Frankfurt wäre naheliegend. (vwh/td/dg)

Bildquelle: Brian Braem / pixelio.de

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