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“Kolle” kostet VKB bis zu 25 Mio. Euro

28.08.2017 – unwetter_pixelioUnwetter “Kolle” hat Mitte August in vielen Teilen Bayerns für erhebliche Schäden gesorgt. So rechnet die Versicherungskammer Bayern (VKB) bislang mit insgesamt rund 15.000 Schäden und einer Schadenhöhe von voraussichtlich rund 25 Mio. Euro. Laut Versicherer sind vor allem die Region rund um Passau und Mittelfranken aber auch Gebiete im Allgäu und in der Oberpfalz betroffen.

Laut VKB seien vor allem Schäden durch Sturm und Hagel an Gebäuden, Kraftfahrzeugen und an landwirtschaftlichen Kulturen gemeldet worden. Allerdings handele es sich hierbei nicht um ein Elementarereignis, das oft nur sehr regional auftritt, sondern vielmehr um ein klassisches Sturm- und Hagelereignis, welches die meisten Menschen im Rahmen ihrer Gebäudeversicherung abgedeckt hätten.

Allein in Forsten des Bayerischen Waldes beläuft sich der gesamtwirtschaftliche Schaden durch “Kolle” nach Angaben des Passauer Landrates Franz Meyer (CSU) auf bis zu 100 Mio. Euro. Dazu kommen weitere Schäden an Gebäuden, Straßen und anderen Einrichtungen in den Gemeinden im Katastrophengebiet von mindestens weitere 40 Mio. Euro Schaden.

“Der Sturm hat Tausende Hektar Wald verwüstet und die Arbeit ganzer Waldbesitzer-Generationen zunichte gemacht”, wird der bayerische Forstminister Helmut Brunner (CSU) in der Süddeutschen Zeitung zitiert. So rechnet allein das Landratsamt Passau mit einer Kahlfläche von etwa 3.200 Hektar, was einer Größenordnung von 4.500 Fußballfeldern entspreche.

Auch die Landwirtschaft ist durch “Kolle” besonders betroffen. So beziffert die Vereinigte Hagel die Schäden durch die Kaltfront auf etwa 35 Mio. Euro. Dabei verzeichnete der Agrarversicherer geschädigt gemeldete Flächen von rund 15.000 Hektar, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Allein 13.000 Hektar Mais wurden durch Hagel und schwere Sturmböen geschädigt. Zudem verzeichneten der Deutsche Bauernverband und die Agrarversicherer durch die zahlreichen Wetterextreme bereits ein überdurchschnittliches Schadenjahr.

Zudem haben in diesem Jahr die Starkregen binnen zwei Wochen bereits Schäden von rund 600 Mio. Euro verursacht, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Zum Vergleich: Allein das Elbehochwasser im Sommer 2002 kostete rund 1,8 Mrd. Euro. Allein 2016 wurden darüber hinaus insgesamt 62 Tornados in Deutschland registriert.

Die Versicherer können davon allerdings nur wenig profitieren. So hadern die Bundesbürger jüngsten Umfragen zufolge immer mehr mit der klassischen Hausratversicherung. Zudem sind im Bundesdurchschnitt nur etwa 40 Prozent der Gebäude gegen Elementarschäden wie etwa Hochwasser oder Überschwemmung versichert.

Besonders hoch ist dabei der Anteil in Baden-Württemberg mit einem Anteil von 94 Prozent, gefolgt von Thüringen und Sachsen mit jeweils 46 Prozent sowie Sachsen-Anhalt mit 42 Prozent. Schlusslichter sind hingegen die norddeutschen Bundesländer Schleswig-Holstein mit 21 Prozent, Hamburg (20 Prozent), Niedersachsen (18 Prozent) und Bremen mit 17 Prozent. (vwh/td)

Bildquelle: Wolfgang Resmer / PIXELIO (www.pixelio.de)

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