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“Höhere Bereitschaft der Reisenden für eine Absicherung”

03.03.2017 – stefan_schroedel_ervDie aktuellen Krisen rund um den Globus spiegeln sich auch auf das Reiseverhalten der Deutschen aus. So konstatiert ERV-Vertriebsdirektor Stefan Schrödel im Exklusiv-Interview mit VWheute “einen Bewusstseinswandel, der in einem erhöhten Sicherheitsdenken der Reisenden gipfelt”. Dies wiederum habe “die Bereitschaft zum Abschluss eine Absicherung erhöht”.

VWheute: Wie entwickelt sich derzeit der Markt für Reisversicherungen aus Ihrer Sicht?

Stefan Schrödel: Betrachtet man das letzte Jahr, so können wir Folgendes feststellen: In den ersten Monaten des Jahres konnten wir noch überdurchschnittliche Abschlussquoten in den Reiseversicherungen der ERV gegenüber den touristischen Buchungen feststellen. Ende des Jahres spiegelt sich die Buchungszurückhaltung jedoch auch in den Abschlüssen wider. In einigen Ländern ist selbst zur Hauptreisezeit die Nachfrage stark zurückgegangen. Ebenso stellen wir einen Rückgang des üblichen Last-Minute-Geschäfts fest.

VWheute: Welche Trends sehen Sie in den kommenden Jahren?

Stefan Schrödel: Wir haben sehr viel in einen Service investiert, mit dem wir unseren Kunden das ideale Rüstzeug für Krisensituationen und -destinationen zur Hand geben: Unsere Travel & Care App. Die Service-App dient ERV-Kunden als konstanter Reisebegleiter. Sie übermittelt Reisenden mit Hilfe einer Warn-Funktionalität relevante Standort-Informationen und Sicherheitswarnungen, beispielsweise bei Streiks, politischen Unruhen oder Naturkatastrophen.

Besonders kritische Informationen werden dem Reisenden zusätzlich per SMS zugespielt. Darüber hinaus bietet die App Serviceinformationen zum Standort des Reisenden wie Notfallnummern, die nächstgelegenen Krankenhäuser, Apotheken und Botschaften. Eine weitere wichtige Applikation der App ist eine Bezahlfunktion bei ERV-geprüften Krankenhäusern. So muss der Kunde bei medizinischer Behandlung im Ausland nicht mehr finanziell in Vorleistung gehen.

Dieser Service wird kontinuierlich gemäß den Bedürfnissen der Reisenden ausgebaut. Im Juli wurde die App um einen Dokumentensafe für wichtige medizinische oder sonstige Reiseunterlagen erweitert. Zum Ende des Monats wird es mit der “Medikamentensuche” eine weitere Funktion geben.

VWheute: Welche Auswirkungen haben aktuelle Risiken (Stichwort: Terror) auf die Reiseversicherungen?

Stefan Schrödel: Wir können hier zwei Grundströmungen feststellen: Einerseits trüben die vielen negativen Nachrichten und die unbeständige Sicherheitslage in einigen Destinationen die Urlaubsstimmung deutlich. Die damit verbundene Buchungszurückhaltung spiegelt sich entsprechend auch in den Reiseschutz-Abschlüssen wider. Andererseits führen die Geschehnisse auch zu einem Bewusstseinswandel, der in einem erhöhten Sicherheitsdenken der Reisenden gipfelt. Das gestiegene Bewusstsein zum diesem Thema zeigt sich deutlich daran, dass Kunden im Reisebüro vermehrt Fragen zur Sicherheit im Reiseland stellen, was wiederum die Bereitschaft zum Abschluss eine Absicherung erhöht. Das gilt insbesondere für die Reisekranken- sowie für die Reiserücktritts-Versicherung.

VWheute: Können Sie einen Trend nach beliebtesten Reisezielen der Kunden feststellen und welche Länder werden derzeit eher gemieden?

Stefan Schrödel: Trotz der fragilen Sicherheitslage in einigen Destinationen bleibt der Wunsch zu verreisen weiterhin bestehen. Dabei stellen wir eine Verschiebung in den Flugdestinationen hin zu Fernreisen fest. Zusätzlich verzeichnet die Tourismusindustrie eine Verlagerung von Reisen in das östliche hin zu Reisen in das westliche Mittelmeer. Eine weitere Zunahme sehen wir bei den erdgebundenen Reisen, etwa mit dem Auto oder per Zug. Kreuzfahrten sind ebenso stark gefragt. Außerdem boomt der Inlandtourismus.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Bild: Stefan Schrödel, Vertriebsdirektor der ERV (Quelle: ERV)

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