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Grobe Regelverstöße: Ergo deckt Compliance-Fall in Russland auf

04.10.2017 – St. Petersburg_Christoph Boltendahl_pixelio.deBei der Ergo soll es zu massiven Regelverstößen gekommen sein. Nach Konzernangaben werden mögliche Untreue- und Betrugsvorwürfe beim Tochterunternehmen in Russland untersucht. Nach Medieninformationen wurde mittels Hehlerei von Autos und Tagesversicherungsbetrügereien ein Millionen- und Imageschaden verursacht.

Eine Nachfrage bei der Ergo ergab, dass das Unternehmen bereits seit dem Jahr 2016 mit “internen und externen Ermittlern” zusammenarbeitet, um den vermeintlichen Verbrechern auf die Spur zu kommen. Ein Artikel der Frankfurter Allgemeine habe das Unternehmen dazu veranlasst, den Sachverhalt an die Öffentlichkeit zu bringen. Zu genauen Sachverhalten wollte sich das Unternehmen nicht äußern, um den Ermittlungen nicht zuwider zu handeln. In einer kurzen Pressemitteilung schreibt die Ergo, dass wegen des strengen eigenen Compliance-System “der Regelverstoß in Russland intern aufgedeckt worden” sei. Die Informationen der Frankfurter Allgemeine dementierte der Versicherer nicht.

Das Frankfurter Blatt hatte gemeldet, das mehrere Mitarbeiter mit Tagesversicherungen und dem Verkauf gestohlener und wiederaufgefundenen Autos einen Schaden in “niedriger Millionenhöhe” verursachten. Mehrere für die Ergo Rus tätige Manager seien freigestellt worden, bis die Compliance-Verstösse geklärt sind.

Die Betrugs-Details

Bei der Gaunerei wurden zum einen Tagesversicherungen genutzt. Diese werden in Russland beispielsweise benötigt, wenn in die Ukraine gefahren werden möchte. Ähnlich wie bei Vignetten können diese Versicherungen an Tankstellen für einen Preis von etwa 35 Euro gekauft werden. Die vermeintlichen Betrüger bei der Ergo sollen Mittelsmännern für den Verkauf dieser Papiere erhöhte Provisionen gezahlt und den Gewinn im Anschluss brüderlich geteilt haben. Der Schaden soll höher gewesen sein, als beim Autobetrug.

Bei diesem gingen die Verdächtigen sehr simpel vor. Sie verkauften die Autos, die als gestohlen gemeldet aber wieder aufgefunden wurden auf dem Gebrauchtwagenmarkt und strichen die Gewinne ein. Die Staatsanwaltschaft in St. Petersburg beendete das Spiel mit Razzien in der Stadt und leitete gegen Mitarbeiter Ermittlungsverfahren ein. (vwh/mv)

Bild: St. Petersburg (Quelle: Christoph Boltendahl / PIXELIO / www.pixelio.de)

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