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Generali preist Rekordgeschäft und sieht “Hirngespinste”

17.03.2017 – Donnet_Generali_Piranha_PhotographyVon “exzellenten Ergebnissen” spricht Generali CEO Philippe Donnet bei der Bilanzpressekonferenz für 2016. Der Stolz steht ihm sichtlich ins Gesicht geschrieben, mit dem Rekordergebnis fürchtet er keine feindliche Übernahme mehr durch einen ausländischen Konkurrenten. Auch für die Deutschland-Tochter bedeuten die Zahlen eine Entwarnung. Analysten sind positiv überrascht.

Der Generali-Konzern hat das Jahr 2016 mit einem operativen Rekordergebnis von 4,83 Mrd. Euro abgeschlossen. Dies entspricht einem Plus von 0,9 Prozent gegenüber 2015. Der Gewinn klettert nach Unternehmensangaben um 2,5 Prozent auf 2,08 Mrd. Euro. Die Triester Gruppe will eine Dividende von 80 Cent pro Aktie ausschütten, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Das ist erstaunlich: Denn insgesamt betrachtet, kam es bei den Prämieneinnahmen 2016 zu einem Rückgang von 3,9 Prozent auf rund 70,5 Mrd. Euro. Im Lebensversicherungsbereich meldete Generali gar einen Rückgang bei den Prämieneinnahmen von 6,3 Prozent. Im Schadenversicherungsbereich hingegen entstand ein Zuwachs von 2,1 Prozent. In der Bilanz abgeschrieben hat Generali laut Konzernchef Philippe Donnet auch seine Beteiligung am nationalen Bankenrettungsschirm Atlante, an dem der Konzern mit 52 Prozent beteiligt ist.

“Die Ergebnisse 2016 bezeugen, dass die Umsetzung des Entwicklungsplans nach unseren Erwartungen erfolgt”, hieß es in der offiziellen Pressemitteilung der Konzernspitze. Vorstandschef Donnet: “Es gibt keinerlei Bedrohung einer Übernahme, von niemandem, weder aus dem Ausland, noch aus Italien.” Die entsprechenden Gerüchte seien “Hirngespinste”. Generali werde weiterhin eine unabhängige italienische Gruppe mit internationaler Ausrichtung bleiben.

Seit dem Jahreswechsel gab es stetig Spekulationen über eine bevorstehende Fusion des italienischen Assekuranz-Flaggschiffs mit der Allianz oder einer Übernahme des Triester Löwen durch die Turiner Großbank Intesa Sanpaolo, die bereits in großem Umfang Aktien von Generali erworben hatte und kurz vor der Sperrminorität stand. Das erwartete Übernahmeangebot an die Aktionäre blieb jedoch aus, der Übernahmepoker wurde von der auf Expansionskurs befindlichen Banca Intesa kurzfristig abgebrochen. Bei der Abwehrschlacht hatten auch Unicredit und Mediobanca mit ihren Überkreuz-Beteiligungen eifrig mitgemischt.

Ein gewichtiger Grund dürften kartellrechtliche Bedenken der Wettbewerbshüter in Rom und Brüssel gewesen sein. Das würde erst recht für die immer wieder ins Spiel gebrachten Phantasien einer Hochzeit zwischen Generali und Allianz gelten. Für den deutschen Zweig von Generali dürften die gestern verkündeten Zahlen Entwarnung bedeuten. Für eine Verringerung oder gar ein Abstoßen des Deutschland-Geschäfts besteht in der Triester Konzernspitze kein Grund, die Selbständigkeit innerhalb der Gruppe bleibt vorerst gewahrt. (mf)

Bild: Philippe Donnet (Quelle: Generali / Piranha Photography)

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