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Generali nimmt Makler kräftig in die Mangel

09.08.2017 – generali_triestDie Generali sorgt derzeit für erhebliche Diskussionen unter den Maklern. Medienberichten zufolge soll der Versicherer gerade Courtage-Nachträge verschicken, mit denen er sich weitgehende Rechte sichern will. Demnach verlange der Konzern unter anderem, dass die Vermittler mögliche Markenrechtsverletzungen “unverzüglich” an die Generali melden.

Wie procontra-online unter Berufung auf ein internes Schreiben der Generali berichtet, fordere der Versicherer, dass Vermittler der Generali bzw. deren externen oder internen Prüfern “vollständiges und uneingeschränktes Informations- und Prüfungsrecht hinsichtlich Qualität der Leistungen und der Nutzung der Marke” einräumen sollen. Dazu sollen diese auf “Verlangen jederzeit während der üblichen Geschäftszeiten vollumfänglich und ungehindert Zugang und Zutritt zu Geschäftsräumen, IT-Systemen und den die Generali [...] betreffenden Informationen und Unterlagen” gewähren.

Die Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM) sowie Invers raten den Vermittlern nun zu einem Widerspruch. “Denn das Schweigen des Kaufmanns auf einen solchen Nachtrag kann auch als Angebot mit Zustimmung des VersM ausgelegt werden”, wird Wilfried E. Simon, zuständig für Rechtsfragen bei der IGVM zitiert.

In einer Antwort des Versicherungskonzerns auf einen solchen Widerspruch heißt es laut procontra-online wie folgt: “Selbstverständlich steht es Ihnen als unabhängigem Vermittler frei, Ihren werblichen Auftritt selber zu gestalten. Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Sie unter Ihrer eigenen Marke auftreten und von der in unserem Schreiben angebotenen Nutzung der Marken ‘Generali’ keinen Gebrauch machen. Im Hinblick auf Ihren Widerspruch entfaltet die Ihnen überlassene ‘Anlage Markennutzung Generali’ keine Wirkung. Die von Ihnen erwähnten Kontrollrechte kommen nicht zum Tragen. Ihr Widerspruch hat lediglich zur Folge, dass Sie die Marken der Generali nicht nutzen dürfen, beispielsweise auf Ihrer Homepage oder im Schaufenster Ihres Büros. Zulässig ist weiterhin die Ausgabe von Werbedruckstücken der Generali und die Verwendung der Generali-Antragsunterlagen.”

Generali stößt Panama-Tochter ab

Jedenfalls scheint bei der Generali nicht nur im Inland einiges in Bewegung zu sein. Auch im Ausland führt der Triester Versicherer seinen Verschlankungskurs fort. So hat die Generali nun ihre Tochtergesellschaft in Panama an den lateinamerikanischen Versicherer ASSA Compañía de Seguros verkauft. Wie der italienische Versicherer mitteilt, liege der Kaufpreis bei 172 Mio. US-Dollar (etwa 145 Mio. Euro). Die ASSA wurde 1982 gegründet und bietet Lebens- sowie weitere Versicherungsprodukte in Costa Rica, Nicaragua, El Salvadore und Guatemala an.

Die Generali war von 1970 an vor allem mit Policen in der Schaden- und Unfallsparte in Panama tätig. “This transaction is another step forward in the rebalancing of Generali Group’s geographical presence across the world. We are making good progress in the optimization of our geographical footprint. We just announced the disposal of Colombia and the transaction of Guatemala and this deal will further help us to achieve our targets and to pursue our strategy to make Generali a simpler and smarter company”, kommentiert Frédéric de Courtois, Group CEO Global Business Lines & International der Generali.

Bereits Ende Juli 2017 kündigte die Talanx den Kauf der Generali Colombia Seguros Generales S.A. sowie deren Tochtergesellschaft Generali Colombia Vida Compañia de Seguros S.A. Dabei hat der Konzern aus Hannover jeweils mehr als 90 Prozent der Unternehmensanteile von Mehrheitsgesellschafter Generali übernommen. Der Kaufpreis soll bei rund 30 Mio. Euro liegen. Medienberichten zufolge könnte die Generali-Tochter in Ecuador als nächstes verkauft werden. (vwh/td)

Bild: Generali-Gebäude in Triest (Quelle: Generali)

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