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Generali: Härter sparen, sonst droht Verkauf

14.02.2017 – Messina - quelle IntesaGenerali verschärft sein Sparprogramm, um einer Übernahme durch Intesa Sanpaolo zu entgehen. Die Betriebskosten in großen Märkten sollten um sechs bis sieben Prozent statt der bisher geplanten vier Prozent gesenkt werden, berichtet die Financial Times unter Berufung auf Insider. Der eingesparte Gewinn soll den Aktionären zu Gute kommen, damit diese die Unabhängigkeit des Versicherers unterstützen. Doch auch Intesa-Chef Carlo Messina buhlt um die Großaktionäre der Generali.

Für eine feindliche Übernahme müsste Intesa einen Aufschlag zahlen. Deswegen hat Intesa-Chef Carlo Messina den Großaktionären der Bank vergangene Woche gesagt, dass er eine Fusion im Einvernehmen beabsichtige, so der Zeitungsbericht. Er wolle Generalis Großaktionäre wie die italienische Bank Mediobanca und mehrere Industrie-Milliardäre für sich gewinnen.

Einen reinen Aktientausch mit Generali, bei dem sich beide Unternehmen gegenseitig aneinander beteiligen würden, habe Messina Bankern zufolge ausgeschlossen. Denn die Investmentbank Mediobanca, die bisher 13 Prozent an Generali hält, würde in diesem Fall zu einem der größten Aktionäre bei Intesa aufsteigen. Der fusionierte Konzern hätte nach jetzigem Stand einen Börsenwert von rund rund 59 Mrd. Euro. Generali war an der Börse zuletzt 22,8 Mrd. Euro wert.

Als die Übernahmegerüchte publik wurden, ist Generali über eine Aktienleihe mit 3,01 Prozent bei Intesa Sanpalo eingestiegen. Damit erhöhen sich für Intesa die Hürden für eine Übernahme, denn nach italienischen Übernahmeregeln müsste Intesa ein Übernahmeangebot für mindestens 60 Prozent an Generali abgeben. Weil Generalis Finanzvorstand Alberto Minali die Übernahmepläne begrüßte, musste er gehen, berichtete VWheute.

Die Versicherungsbranche ist in Italien traditionell eng mit den Banken verbunden. Der Vertriebsweg Bancassurance ist schon lange als Erfolgsmodell etabliert. In Zeiten von Niedrigzinsen entwickeln sich Vermittlungsprovisionen zur alternativen Einnahmequelle der Banken. Das Turiner Geldhaus ist besonders an der Banca Generali und an der Vermögensverwaltung des Versicherers interessiert. Bei Lebensversicherungen ist Intesa direkter Konkurrent der Generali, sodass es womöglich Kartellprobleme bei einer möglichen Fusion geben könnte. Ungleich größer wären die wettbewerbsrechtlichen Probleme allerdings bei einer großen Fusion der Triester mit Axa oder Allianz.

Italiens Finanzminister Carlo Padoan sagte, dass Genearli italienisch und international ein mächtiger Player bleiben müsste. Ein Statement, das im Grunde nicht gegen die Übernahmepläne der italienischen Bank Intesa spricht. (vwh/dg)

Bild: Intesa-Chef Carlo Messina (Quelle: Intesa)

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