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“Fahrerassistenzsysteme werden Unfälle verringern”

27.03.2017 – Frank Reichelt_Swiss RETelematik, Assistenzsysteme, autonomes Fahren. Kaum ein Tag ohne Meldung zur KFZ-Versicherung. Frank Reichelt, Managing Director bei Swiss Re, erklärt warum Fahrassistenzsysteme viele Leben retten werden, in drei Jahren 75 Prozent der Autos vernetzt sind und welche Konsequenzen das hat. 

In Deutschland ist die Kraftfahrtversicherung die größte und wichtigste Sparte in der Schaden- und Unfallversicherung mit Beitragseinnahmen von mehr als 25 Mrd. Euro in 2016.
Die Kfz-Versicherung wird aktuell von drei Trends bestimmt: Die Prämien der Kfz-Versicherung zeigen global einen leichten Aufwärtstrend (aufgrund des Wachstums der Fahrzeuganzahl in den Schwellenländern), die Technik für automatisiertes Fahren wird sehr stark weiterentwickelt und Telematik wird sich als neues Geschäftsfeld etablieren.
Bis 2020 werden knapp 75 Prozent aller weltweit verkauften Autos in irgendeiner Form – mittels integrierter Konnektivität oder über ein Gerät – vernetzt sein und umfangreiches telematisches Datenmaterial generieren werden. Neben der Konnektivität arbeiten Hersteller auch an autonomer Fahrzeugtechnologie.

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Abbildung: Prognose für Kfz-Versicherungsprämien unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Technologie automatisierter Fahrzeuge

Telematik bietet neue Geschäftsmöglichkeiten

Das Potenzial von Telematik ist auf längere Sicht keinesfalls zu unterschätzen. Telematik wird die Basis für eine weitere Digitalisierung in der Versicherung. Der Einsatz von Telematik-Lösungen geht einerseits mit einer Schadenreduzierung einher. Andererseits können Versicherer auf der Grundlage der Telematik-Daten ihr Angebot an Kfz-Versicherungen durch Mehrwert generierende Dienstleistungen und Gamifizierung bereichern. Die Nachfrage nach Dienstleistungen wie das Zurückverfolgen gestohlener Fahrzeuge oder Unfallmanagement-Services nimmt zu. Dies alles trägt zu einer stärkeren Kundenloyalität bei.Außerdem können telematikbasierte Technologien nicht nur neue Wege der Tarifierung und des Verkaufs von Versicherungen eröffnen, sie ermöglichen auch eine effizientere Schadenabwicklung.

Telematik-Trends in Deutschland

Derzeit sind bereits mehr als zehn Kfz-Telematik-Produkte bei den Erstversicherern im Einsatz. Diese sind insbesondere auf die Zielgruppe junger Fahrer unter 30 Jahren ausgerichtet. Bei umsichtigem Fahren sind Ersparnisse bis zu 40 Prozent möglich. Der Trend geht hier zu Smartphone-Apps. Swiss Re entwickelt beispielsweise eine App, die den Fahrern fortwährend Feedback über das Fahrverhalten gibt. Die App wird momentan von 2.000 Mitarbeitern getestet und wird ab Ende des Jahres unseren Kunden, den Kfz-Versicherern, zur Verfügung gestellt.

Swiss Re Telematik Talk 2017

Heute am 27. März stellen wir unseren deutschen und österreichischen Kfz-Kunden die neue Swiss Re Telematics-App vor. Kunden lernen das Potenzial der App kennen. In Breakout Sessions präsentieren wir Scoring und Analytics, Produktentwicklung, Value-Added-Services, Kundeninteraktion und Gamification.

Zukunft der Kfz-Versicherung

Wir rechnen damit, dass lange bevor vollständig autonome Fahrzeuge auf den Straßen erscheinen, die Zahl der Unfälle durch Fahrerassistenzsysteme immer stärker reduziert werden wird. Laut unserer aktuellen Studie könnte der zunehmende Einsatz von Fahrerassistenzsystemen die Häufigkeit von Kraftfahrzeugunfällen bis 2020 um 4,3 Prozent verringern. Dies würde dazu beitragen, die Zahl der tödlichen Straßenverkehrsunfälle von derzeit 1,2 Millionen pro Jahr weltweit zu reduzieren.

Die Kfz-Sparte gehört zu den ersten Geschäftsfeldern, die von der Digitalisierung betroffen sein werden. Der Assekuranz bietet sich die große Chance, sich durch den Aufbau von Kompetenzen auf die bevorstehende Veränderung des Underwritings vorzubereiten. Telematik-Lösungen sind künftig für unsere Branche nicht nur unvermeidbar, sie werden unerlässlich sein. (vwh)

Frank Reichelt, Managing Director, ist Market Executive Germany & Nordics und Hauptbevollmächtigter der Niederlassung Swiss Re Deutschland.

Bild: Frank Reichelt (Quelle: Swiss Re)
Grafikquelle: Swiss Re

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