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Euler Hermes sieht sich als “Navigator der Wirtschaft”

09.10.2017 – eulerhermes_sitzhamburgDeutschland ist bekanntlich wie kaum ein anderes Land von Exporten und internationalem Handel abhängig. Für Kreditversicherer wird dies naturgemäß ein lukratives Geschäft. Branchenprimus Euler Hermes zelebrierte nun am Wochenende sein 100. Jubiläum. Deutschlandchef Ron van het Hof seht sein Unternehmen selbstbewusst als “Navigator der Wirtschaft”.

Gegründet am 7. Oktober 1917 in Berlin als “Hermes Kreditversicherungsbank AG” ist die heutige Allianz-Tochter zu einem weltgrößten Kreditversicherer sowie zum Marktführer in Deutschland aufgestiegen. “Die Philosophie der Gründer, innovativ und vorausschauend zu sein, prägt unser Unternehmen noch heute”, sagt der Vorstandschef von Euler Hermes.

“Das ist auch unser Anspruch bei der Entwicklung neuer Produkte. Wir verfügen über umfangreiche Unternehmensinformationen in unserer hauseigenen Datenbank sowie zu Märkten und Branchen. Auf dieser Grundlage können wir neben der Deckung von Risiken mittelständische Firmen und Großkonzerne auch beratend als Navigator der Wirtschaft unterstützen”, erläutert van het Hof.

Lukrative Hermes-Bürgschaften

Zu einem besonders lukrativen Geschäft haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg die sogenannten Hermes-Bürgschaften entwickelt. Euler Hermes wickelt dabei seit 1949 die vom Bund versicherten Exportgeschäfte als Mandatar im Auftrag der Bundesregierung ab. Da der Kreditversicherer jedoch deutlich mehr Risikoprämien einnimmt, als er für Schadensfälle ausgeben muss, sind dem Bundeshaushalt seit Einführung der Hermes-Deckungen vor knapp 70 Jahren 5,4 Mrd. Euro zugeflossen, berichtet die FAZ.

“Hermesdeckungen sind eine wichtige Alternative für deutsche Exporteure in Bereichen, in denen private Kreditversicherer kein Angebot bereit halten, insbesondere in risikoreicheren Entwicklungsländern oder bei besonders großvolumigen und langfristig finanzierten Exportgeschäften”, konstatiert van het Hof. Demnach seien allein im Jahr 2016 Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von 20,6 Mrd. Euro über Hermesdeckungen abgesichert worden.

Allein im vergangenen Geschäftsjahr sicherten diese Leistungen 2,2 Prozent des gesamten Handels ab, vor allem in den Sektoren Energie, Schifffahrt und fossile Brennstoffe. Hermesgedeckt werden vorwiegend Geschäfte mit langer Laufzeit bis zu fünf Jahren in Schwellen- oder Entwicklungsländern. Das Gros der durch den Staat garantierten Handelsgeschäfte geht nach Russland, Ägypten und in die Vereinigten Staaten.

Warnung vor dem “Wohlfühl-Autopiloten”

Sowohl der deutsche Staat als auch seine Partner verdienen prächtig an dem Schutz: Rund 1,2 Mrd. Euro konnte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vergangenes Jahr einstreichen. Euler Hermes und PWC prüfen und verwalten die Förderanträge, in gleicher Periode nahmen sie hierfür 87,4 Mio. Euro gemeinsam ein. Dennoch gilt der Markt für gilt der Markt für Kreditversicherer als anspruchsvoll und hochkompetitiv. Vor allem in entwickelten Ländern sind die Margen klein, heißt es in der August-Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Zudem könnte das wirtschaftliche Umfeld für den Kreditversicherer nach eigener Aussage zwar nicht besser sein. “Das wirtschaftliche Umfeld bietet Unternehmen die besten Voraussetzungen, wenn man sich nicht dazu verleiten lässt, den allgemeinen Wohlfühl-Autopiloten einzuschalten”, warnt van het Hof. “Das wirtschaftliche Fahrwasser fühlt sich nur aus statistischer Sicht angenehm lauwarm an. Aber für einige Unternehmen ist das Wasser aufgrund von spezifischen Branchenrisiken bereits siedend heiß, für andere dagegen empfindlich kalt.” (vwh/td)

Bild: Sitz von Euler Hermes in Hamburg (Quelle: Euler Hermes)

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