Versicherungswirtschaft-heute

            Mobilsite

 

Ergo und Allianz versichern weiter Kohlekraftwerke

09.02.2018 – Kohle_Kraftwerk_Strom_Umwelt_by_Rike_pixelio.deMessen die Versicherer beim Umweltschutz mit unterschiedlichem Maß? Die Allianz und die Munich Re, über die Ergo, versichern polnische Kohlekraftwerke und Kohleminen. Und das obwohl sich die Unternehmen den Umweltschutz groß auf die Fahne geschrieben haben. Ist am Ende der Geldbeutel wichtiger als das Gewissen, wollte VWheute wissen.

Die Kohleindustrie ist kein Garant für saubere Energie, zusätzlich heizt die Verbrennung das Klima auf. Gerade die Munich Re warnt davor, dass die Klimaerwärmung Naturkatastrophen wahrscheinlicher machen würde. Die Vereinten Nationen werben für ein Neubauverbot von Kohlekraftwerken. Einige Industrieländer haben sich im November zu einer Anti-Kohle-Allianz verbunden, nicht dabei sind Deutschland und Polen. Das letztgenannte Land setzt derzeit sogar massiv auf den braunen Rohstoff. Laut Frankfurter Rundschau investiert Polen wie keine zweites EU-Land in neue Kraftwerke und den Ausbau von Minen. Fest an ihrer Seite finden sich deutsche Versicherer.

Die Ergo Hestia ist offenbar nicht unerheblich im Geschäft in Polen investiert und dass, obwohl sie die Ergo auf ihrer Webseite zu “Umwelt- und Klimaschutz” bekennt. Eine Anfrage offenbart, dass die Ergo sich dem Zwiespalt zwischen Geschäft und Moral bewusst ist: “Wir nehmen das Thema sehr ernst. Daher prüfen wir derzeit unser Engagement. Im Übrigen bitten wir um Verständnis, dass wir uns zu einzelnen Kundenbeziehungen aus Gründen der Vertraulichkeit nicht äußern können.”

Die Allianz zeigt sich zugeknöpft

Bei den Münchenern gibt es sogar ein Bekenntnis pro Umweltschutz von ganz oben. Oliver Bäte sagte kürzlich: “Die Allianz Gruppe sieht sich als ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Gestalter und möchte aktiv zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen beitragen.” Die Münchener hatten sich bis Redaktionsschluss nicht zu einer Anfrage geäußert. In der Badischen Zeitung konnte man lesen, dass die Allianz als Kapitalanleger nicht mehr in die Kohleindustrie investiere, “einen generellen Rückzug aus der Branche aber nicht für richtig hält”. Die Allianz werde auch in Zukunft “Energie- und Bergbauunternehmen versichern”. Weder die Ergo noch die Allianz gaben keine Auskunft zum Umfang des Geschäfts.

Es ist bei aller Kritik ein valider Punkt, den die Allianz hier ins Spiel bringt. Ein Mine oder Kraftwerk zu versichern, ist etwas anderes als den Wirtschaftszweig Kohle per Investition zu fördern. Dennoch bleibt ein bitterer Geschmack zurück, wenn große Unternehmen wie Allianz, Ergo und somit indirekt Munich Re im Geschäft mit Kohle tätig sind, obwohl sie sich Klimazielen verschrieben haben. (vwh/mv)

Bild: Kohlkraftwerk (Quelle: Rike / www.pixelio.de / PIXELIO)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten