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DEVK fordert Nachbesserung bei Solvency II

14.06.2017 – gottfried_ruessmann_lieDie DEVK Versicherungen fordern einen kritischen Umgang mit dem neuen Eigenkapitalregime. “Als DEVK fühlen wir uns sehr wohl mit unseren Solvenzquoten für die beiden Lebensversicherer, die wir bis 2031 entsprechend entwickeln werden. Jetzt haben wir uns sehr wohl und bewusst für eine wirtschaftliche Betrachtung entschieden anstelle von Solvenzbetrachtungen”, sagte Vorstandschef Gottfried Rüßmann.

Wie bereits berichtet, kommt der Lebensversicherungsverein ohne Rückstellungstransitional und ohne Volatilitätsanpassung nur auf eine Bedeckungsquote für das Solvenzkapital von 85 Prozent; bei der AG-Schwester sind es 95 Prozent. Beide Lebensversicherer halten effektiv 10,4 Prozent ihrer Kapitalanlagen in Aktien und weitere zehn Prozent in Immobilien, wobei letztere eine Rendite zwischen 3,75 und 4,5 Prozent erbringen. Würden die Kapitalanlagen auf ein reines Staatsanleihen-Portfolio umgestellt, würden sich die Solvenzquote nach Unternehmensangaben auf 286,25 Prozent bzw. 437,37 Prozent mehr als verdreifachen – aber dies ginge dann zu Lasten des Gewinns und damit der Versicherungsnehmer.

Finanzvorstand Bernd Zens sieht “die Ertragsbasis für den Kunden auch ausgehöhlt”, wenn beispielsweise Nachrangkapital aufgenommen werde. Selbst bei einer Finanzierung innerhalb der Gruppe müsse dies marktgerecht verzinst werden, was die Rendite belaste. Zens kritisiert zudem die hohe Volatilität der Quoten. “Vom dritten auf das vierte Quartal schwankten die Quoten bis zum Faktor sechs infolge des Zinsanstiegs”, so Zens. “Am Ende des Tages muss man doch zumindest ein Gefühl dafür haben, wie eine Zinsänderung ceteris paribus auf die Solvency-II-Quote wirkt. Und das haben wir noch nicht.” Er befürworten es, dass die Aufsicht die HGB-Rechnungslegung weiterhin für maßgeblich hält.

Rüßmann hält Solvenzbetrachtung des Einzelunternehmens für “unsinnig”

Für “unsinnig” hält Rüßmann auch die Solvenzbetrachtung auf Ebene des Einzelunternehmens, wenn dieses auch über entsprechende Unternehmensverträge in eine Gruppe eingebettet sei. Auf Einzelunternehmensebene müssten beispielsweise latente Steuern berücksichtigt werden, die in der Praxis im Konzernverbund dieser Gesellschaften nicht anfielen. “Bei der Interpretation dieser Quote müssen alle noch viel lernen”, so Rüßmann. Er darauf hofft, dass Rater und Analysten die Quoten in einem größeren Zusammenhang mit Faktoren wie der Asset Allocation, Gruppenzugehörigkeit etc. bewerten werden.

Getragen von der aktiven Rück- sowie der Rechtsschutzversicherung ist die Gruppe 2016 um 2,1 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro gewachsen. Das inländische Erstversicherungsgeschäft der Schaden- und Unfallversicherung wuchs sogar um 3,8 Prozent auf 1,76 Mrd. Euro und damit stärker als der Markt. Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherung (ohne Pensionsfonds) sanken um 4,0 Prozent auf 819 Mio. Euro, weil das Einmalbeitragsgeschäft weiter zurückgefahren wurde. Der Schaden- und Unfallbereich weist eine Combined ratio von 95,0 Prozent aus. Der Schadenkonzern kommt auf einen Jahresüberschuss von 80,1 Mio. Euro – im Vorjahr waren es begünstigt durch einen positiven Steuereffekt 88,5 Mio. Euro.

Neuer Vorstand der DEVK

ruediger_burg_devkDarüber hinaus verkündete die DEVK im Rahmen ihrer Bilanzpressekonferenz noch eine Neuerung im DEVK-Vorstand: Rüdiger Burg (61) ist zum 1. Juni 2017 zum ordentlichen Vorstandsmitglied berufen worden und verantwortet künftig die Ressorts Sach/HUK-Betrieb und -Schaden. Burg leitet seit 2010 die Hauptabteilung Sach/HUK-Schaden. Bis die Nachfolge geregelt ist, soll er diese laut DEVK vorerst weiterführen.

Der gebürtige Kölner ist seit 1974 für die DEVK tätig. Nach einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann sowie einem berufsbegleitenden Studium zum Versicherungsfachwirt arbeitete er zunächst in den Bereichen Haftpflicht- und Unfall-Schaden. 1982 wurde er Leiter der Gruppe Unfall-Schaden. Es folgten Stationen als stellvertretender Abteilungsleiter HU-Schaden und Abteilungsreferent. (lie)

Bilder: Vorstandschef Gottfried Rüßmann auf der Bilanzpressekonferenz der DEVK. (Quelle: lie) / Rüdiger Burg, neuer DEVK-Vorstand. (Quelle: DEVK)

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