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DAV-Sterbetafeln berücksichtigen zukünftige Trends

26.04.2017 – johannes_loerper_davVon Johannes Lörper. Die zukünftigen Sterbewahrscheinlichkeiten und damit die Lebensrwartung der Versicherten sind die wichtigste Kalkulationsgrundlage für die private Rentenversicherung. Dabei kommt es in der Öffentlichkeit immer wieder zu Irritationen, dass sich die von verschiedenen Stellen publizierten Lebenserwartungen zum Teil signifikant unterscheiden.

So weist die Sterbetafel der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) für die private Rentenversicherung eine höhere Lebenserwartung der Versicherten aus, als sie das Statistische Bundesamt für die Gesamtbevölkerung berechnet. Private Rentenversicherungen sind die einzigen Produkte für die ergänzende Altersvorsorge, die eine lebenslängliche Rente versprechen. Um dies anbieten zu können, müssen die Versicherer Annahmen über Sterblichkeit für die nächsten 30, 50 oder mehr Jahren machen. Dies erfordert eine angemessene Vorsicht bei der Kalkulation und der Reservierung.

Hierfür bedarf es einer fundierten Datengrundlage. Aus diesem Grund fußen die Sterbetafeln der DAV auf einer Vielzahl von Quellen:

  • Todesfallstatistiken der Versicherungsunternehmen,
  • Daten zur allgemeinen Bevölkerungssterblichkeit,
  • Berechnungen von internationalen Forschungseinrichtungen wie der Human Mortality Database und der Gerontology Research Group zu sogenannten Supercentenarians – Personen über 100 Jahre,
  • sowie Auswertungen der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Anders als bei der jährlich veröffentlichten Lebenserwartung des Statistischen Bundesamtes wird in den DAV-Sterbetafeln der künftige Trend berücksichtigt. In den letzten 175 Jahren hat sich nämlich die Lebenserwartung pro Jahrzehnt um 2,5 Jahre erhöht. In der Demografieforschung wird vermutet, dass sich diese Trendverbesserung in Zukunft fortsetzen könnte.

Wie wichtig die Einberechnung derartiger Trends ist, zeigt sich gerade bei Vertragslaufzeiten von 50 oder 60 Jahren. Wird der Trend unterschätzt, können die vertraglich garantierten Leistungen nicht eingehalten werden, bei einer Überschätzung würden die Beiträge hingegen zu hoch angesetzt oder die garantierten Renten zu niedrig bemessen werden.

Rentenversicherungskunden leben länger

Neben den zuvor beschriebenen Faktoren beeinflusst vor allem die Zusammensetzung der Versicherungskollektive die Kalkulation der Aktuare. Denn zum einen schließen in jüngeren Jahren eher diejenigen eine Rentenversicherung ab, die einen höheren Bildungsstand und ein höheres Einkommen haben, was positiv mit der Lebenserwartung korreliert ist. Zum anderen entscheiden sich zu Beginn der Rentenphase vor allem die Personen für eine lebenslange Rentenzahlung statt einer Kapitalauszahlung, die sich subjektiv gesünder fühlen. Insgesamt folgt daraus: Besitzer von privaten Rentenversicherungen werden zumeist deutlich älter als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Versichertes Risiko richtig abschätzen

All diese Elemente sind in den Tafeln der DAV berücksichtigt. Sie genügen den gesetzlichen Vorschriften einer vorsichtigen Reservierung. Die DAV über-prüft die Sterblichkeitsentwicklungen und hierbei insbesondere die zum Trend getroffenen Annahmen fortlaufend, um zeitnah auf signifikante Veränderungen zu reagieren. Auf diese Weise und durch den Einbau von aktuariell fundierten Sicherheitselementen trägt sie dazu bei, die dauerhafte Erfüllbarkeit der garantierten Leistungen und die finanzielle Stabilität der Produktanbieter langfristig sicherzustellen.

Sollte die tatsächliche Sterblichkeitsentwicklung günstiger sein als in den Kalkulationsgrundlagen angenommen, entstehen sogenannte Risikoüberschüsse, die zugunsten der Versicherungsnehmer verwendet werden. Auch hier hat der Gesetzgeber den Rahmen abgesteckt. Es ist vorgeschrieben, die Versicherungsnehmer über die Überschussbeteiligung zu mindestens 90 Prozent an diesen Risikoüberschüssen zu beteiligen. Die Überschüsse werden bei Rentenversicherungen beispielsweise für Rentenerhöhungen eingesetzt. Damit spiegeln die tatsächlichen Rentenzahlungen als Summe aus garantierter Rente und Überschussrente letztlich die tatsächliche Sterblichkeitsentwicklung wider.

Fazit: Risikoadäquate Kalkulation unumgänglich

Langfristige Garantieprodukte benötigen ausreichend Sicherheiten in Kalkulation und Reservierung. Die Tafeln der DAV tragen diesem Ansatz Rechnung. Die gesetzlichen Vorgaben an die Höhe der Gewinnbeteiligungen stellen sicher, dass eventuelle nicht benötigte Risikoprämien im Wesentlichen an die Kunden zurück fließen, er erhält also eine sichere und faire Rente.

Bild: Johannes Lörper ist Vorstandsmitglied des DAV (Quelle: DAV)

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