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Chinas Versicherer entdecken digitale Lieferdienste

25.07.2017 – lieferdienst_hyIn China erleben Essenslieferdienste derzeit einen beispiellosen Boom. Allein 300 Millionen Kunden bestellen derzeit ihr Essen über digitale Lieferdienste. Rund 14,4 Mrd. Euro haben diese im vergangenen Jahr bereits umgesetzt. Das Heer von Fahrern, welches tagtäglich das Essen mit Mopeds über Schnellstraßen und Gassen an die Kunden bringen, beträgt bereits zehn Millionen Angestellte. Auch die Versicherer sehen darin nun ein lukratives Geschäft.

So ist das Geschäft mit dem mobilen Essen nicht risikolos, zum Beispiel bei verspäteten Lieferungen. Demnach sind bei den Gerichten aktuell einige Rechtsstreitigkeiten wegen nicht beglichener Rechnungen oder unvollständige Zahlungen im Zusammenhang mit unpünktlichen Essenszustellungen anhängig. Die Pacific Insurance hat das neue Geschäftsfeld schnell erkannt und eine Versicherung namens “Wan Jiu Pei”, auf deutsch etwa “wenn verspätet, dann Schadensersatz”, auf den Markt gebracht. Demnach zahlt der Versicherer an Bestellkunden schon 20 Prozent der Essenskosten, wenn verspätet geliefert wird. Bei einer Verspätung von 30 Minuten ist dann eine Schadensleistung von 50 Prozent fällig. Bei 60 Minuten wird bereits der volle Kaufpreis ersetzt.

Auch für die Fahrer lauert auf der Straße Gefahr. Anfang April ist ein junger Fahrer in der Stadt Chongqing im Südwesten Chinas tödlich verunglückt, weil er versucht hatte, eine drohende Verspätung von drei Minuten einzuholen. Er hinterließ eine vierjährige Tochter. Der Unfall hat nicht nur die Öffentlichkeit erschüttert, sondern auch die Versicherungen, welche darin wieder eine Marktlücke entdecken.

Etliche Versicherer bieten daher einen speziellen Versicherungsschutz für die Fahrer an. Außerdem kommt der Online-Versicherer Zhong An auf der Basis einer eigenen Daten-Analyse, dass viele Fahrer wegen des Berufstresses leicht an Krebs erkranken. Das Ergebnis: eine eigene Versicherung, die im Falle eines Todes durch die Krebserkrankung umgerechnet bis zu 76.000 Euro ausbezahlt.

Darüber hinaus bietet der chinesische Online-Versicherer mit Sitz in Schanghai auch eine Krankenzusatzversicherung an. Bei einem der günstigsten Tarife davon beträgt eine Jahresprämie nur umgerechnet 13 Euro. So übernimmt die Krankenversicherung die Kosten für Medikamente, welche von der gesetzlichen Kasse nicht gezahlt werden. (hy)

Bild: Fahrer vom Essenslieferdienst Meituan an einer Schanghaier Straßenkreuzung. (Quelle: hy)

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