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China: Aon versichert geplatze Übernahmen

17.01.2017 – zentrum_schanghai_hyImmer mehr chinesische Unternehmen sind in den USA auf Einkaufstour. Allerdings sind die Geschäfte nicht gerade einfacher geworden. So können Übernahmen von der US-Behörde Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) aus Gründen der nationalen Sicherheit abgelehnt werden. Das Risiko: Die Firmen sind zu einer Entschädigungszahlung an die Verkäufer verpflichtet, wenn der angestrebte Deal wegen des Vetos der Behörde platzt.

Gerade gegen dieses Risiko hat das Maklerunternehmen Aon zusammen mit einigen Versicherern eine neues Angebot entwickelt, berichtet die Zeitung Financial Times in ihrer chinesischen Ausgabe. Diese Versicherung soll die anfallende Entschädigungszahlung in vollem Umfang ersetzen, falls kaufwilliges Unternehmen im Fall eines CFIUS-Vetos eine Entschädigung an verkaufswillige Unternehmenseigner zahlen muss.

So haben die Übernahmen der US-Unternehmen durch die Käufer aus China allein 2016 mit 45,6 Mrd. Dollar einen neuen Rekord erreicht. Das zieht natürlich verstärkt die Aufmerksamkeit von CFIUS auf sich. Im Dezember 2016 musste eine Fondsgesellschaft aus der chinesischen Provinz Fujian ihr Kaufangebot für die Übernahme des deutschen Unternehmens Aixtron wegen des Vetos von CFIUS zurückziehen.

Nach Angaben von Aon soll das neue Versicherungsangebot die chinesischen Interessenten zu weiteren Investments ermutigt haben. So hat Anfang 2016 ein Konsortium aus China und Hongkong eine entsprechende Police für den Übernahmeversuch des US-Druckerherstellers Lexmark mit einer garantierten Entschädigungssumme von 90 Mio. Dollar abgeschlossen. Mit diesem Versicherungsschutz im Hintergrund soll die Kaufgemeinschaft aus China viel offensiver vorgegangen sein, so dass sie das Ringen um Lexmark am Ende für sich entschieden hat.

Berichten zufolge beträgt der Prämie für die Versicherung eines Übernahme-Fehlschlags 0,5 bis 0,75 Prozent des Kaufwertes. Im Fall von Lexmark haben die Chinesen nach Informationen aus Branchenkreisen mehr als zehn Mio. Dollar für die Versicherung gezahlt. Chinesische Marktbeobachter kommentieren dies jedoch so: “Ein neues Geschäftsmodell für die USA: Eine Behörde schafft ein Risiko; eine Versicherung verdient das Geld.” (hy)

Bild: Die Stadtmitte von Schanghai. (Quelle: hy)

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