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“Blitzangriff” sorgt für Führungsstreit bei Generali

25.01.2017 – Donnet_Generali_Piranha_PhotographyEs dürfte hitzig werden, wenn heute in Rom die Führungsgremien des Generali-Konzerns zusammentreten. Eine Abwehrschlacht des Triester Versicherungsriesen gegen die italienische Großbank Intesa Sanpaolo hat im Vorstand zu heftigen Auseinandersetzungen um die künftige strategische Ausrichtung der Aktionärsstruktur und eventuelle Allianzen geführt.

Finanzvorstand und Generaldirektor Alberto Minali will offenbar im Streit mit Vorstandschef Philippe Donnet das Handtuch werfen. Jüngster Auslöser des offenbar schon länger schwelenden Konflikts: Der “Blitzangriff” (so die Medien) der Triester an der Börse auf das Bankhaus Intesa. Seit geraumer Zeit vergrößert das Institut aus Turin seinen Aktienanteil an der Generali-Gruppe und stand offenbar kurz davor, die Sperrminorität von 25 Prozent zu erreichen. Konzernchef Donnet und dem Investmenthaus Mediobanca, Großaktionär des Triester Löwen, ist das offenbar ein Dorn im Auge.

Intesa Sanpaolo würde dadurch ein erhebliches Mitspracherecht bei einer künftigen Neuaufstellung des Konzerns sowie eventuellen Fusionen erhalten. Auf Geheiß Donnets schlug Generali zurück und erwarb seit Montag in einer geheimen Kommandoaktion über 500 Millionen stimmberechtigte Aktien des ungeliebten Anteilseigners Banca Intesa. Das entspricht einem meldepflichtigen Gesamtanteil von über drei Prozent des Stammkapitals des italienischen Finanzinstituts. Die Aktion sowie anhaltende Börsenphantasien über eine Zusammenarbeit mit Axa oder der Allianz beförderte den Aktienkurs von Generali um satte vier Prozent, während der Kurs von Intesa Sanpaolo um rund drei Punkte spürbar nachgab.

Für den Hintergrund muss man wissen: Die Aktionärsstruktur seines Assekuranz-Flaggschiffs ist in Italien ein Politikum. Generali hält etwa mehr als 70 Mrd. Euro an italienischen Staatsanleihen in seinem Portefeuille. Außerdem sind die Triester stark bei Alitalia, im Bankenrettungsfond Atlante und anderen Infrastrukturprojekten involviert. In politischen Schwächephasen – wie seit dem ungeplanten Abgang Matteo Renzis – wird die Gruppe international leicht zum Spekulationsobjekt. Die Aufstockung des Aktienbesitzes durch Intesa kann da durchaus als Botschaft verstanden werden, daß Generali als strategischer Bestandteil des heimischen Finanzsektors auch in Zukunft italienisch bleiben soll.

Dem Franzosen Donnet trauen viele Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft nicht über den Weg – zumal französische Unternehmen momentan ohnehin auf dem Stiefel auf Einkaufstour sind: So führen derzeit Telecom Italia und Berlusconis TV-Imperium Mediaset Abwehrschlachten gegen drohende Übernahmen durch Vivendi. (mf)

Bild: Philippe Donnet (Quelle: Generali / Piranha Photography)

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