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Bettwanzen werden für Versicherer zum Problem

30.03.2017 – Schaden_Andreas Hermsdorf_pixelioDen Unternehmen drohen rund um den Globus immer mehr Haftungsschäden. Dabei nimmt die Zahl der Haftungsschäden in einer Höhe von mehr als einer Mrd. Euro immer mehr zu. Auslöser sind neben einer zunehmenden Regulierung auch globale Lieferketten auch die Anspruchs- und Klagekultur in den USA. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die Industrieversicherer AGCS heute vorstellt.

Im Rahmen des Global Claims Review hat die Allianz-Tochter mehr als 100.000 Haftpflichtschäden verschiedener Unternehmen aus über 100 Ländern mit einem Gesamtwert von 8,85 Mrd. Euro untersucht, die von AGCS zwischen 2011 und 2016 reguliert wurden. Häufigste Ursache sind demnach Produktfehler und Qualitätsmängel mit einem Anteil von 23 Prozent. Knapp dahinter liegen Zusammenstöße bzw. Verkehrsunfälle mit einem Anteil von 22 Prozent. Menschliches Versagen führte in 19 Prozent der Schadensfälle zu Haftungsschäden, was vor allem auf Flugzeug- und Schiffsunglücke zurückzuführen sei.

Schwierige Schäden in der Sharing Economy

Dabei scheint sich auch die Art der Schäden zu verändern, konstatiert der Industrieversicherer. Während Ausrutschen, Stürze oder Arbeitsunfälle aufgrund besserer Sicherheitsvorkehrungen seltener Schadenfälle verursachen, drohen den Unternehmen künftig kostspielige Haftungsschäden rund um Produktrückruf-, Cyber- oder Umweltrisiken. Auch neue Technologien und die wachsende Sharing Economy verändern die Haftungsszenarien für die Unternehmen.

“Stellen Sie sich einen Unfall mit einem autonom fahrenden, gemeinschaftlich genutzten Fahrzeug vor. Hier könnten der Hersteller, der Softwareanbieter, der Carsharing-Betreiber sowie dritte Unfallbeteiligte involviert sein. Dies würde die Klärung der Haftung und die Schadenregulierung deutlich schwieriger machen”, betont Peter Oenning, Global Head of Liability Claims, AGCS. Ein solcher Autounfall erfordere künftig auf der Seite der Schadenbearbeiter und technischen Experten Kenntnisse im Bereich der Sensoren und Algorithmen, um die Ursache eines Unfalls bestimmen zu können.

“Haftpflichtschäden sind allgegenwärtig und reichen von kleineren Alltagsvorfällen bis zu großen Katastrophen”, ergänzt Alexander Mack, AGCS Chief Claims Officer und Vorstandsmitglied. “Für Unternehmen ist die Risikolandschaft permanent in Bewegung, sie müssen sich laufend auf neue Haftungsfragen einstellen. Technologien wie das Internet der Dinge, autonome Mobilität oder der 3D-Druck werden zu völlig neuen Haftungskonstellationen für Unternehmen vieler Branchen führen.”

Größter Haftpflicht-Markt mit den meisten Forderungen und Rekordentschädigungsleistungen sind laut AGCS auch weiterhin die USA. “Wir sehen jedoch einen Trend zu größeren Haftpflichtschäden auch außerhalb der USA, da in Europa und Asien das Bewusstsein für Verbraucherrechte und Entschädigungsansprüche zunehmen”, ergänzt Oenning. So erhielten Opfer heute in Deutschland im Höchstfall deutlich mehr 500.000 Euro Schmerzensgeld. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren gingen die Gerichte in aller Regel nicht über einen Betrag von 300.000 Euro hinaus.

Allerdings spielen auch Tiere eine gewisse Rolle, die immerhin an zwei Prozent aller Haftpflichtschäden beteiligt sind. Besonders Rehe und Hirsche stellen das größte Risiko dar – insbesondere in den USA. Auch Bettwanzen werden übrigens immer häufiger zu einem Problem, hat die Zahl der Schäden durch Befall und Stiche in Hotels laut Industrieversicherer in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. (vwh/td)

Bildquelle: Andreas Hermsdorf / PIXELIO (www.pixelio.de)

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