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Axa-Umbau kostet jeden zehnten Job

16.03.2017 – alexander_vollert_lieKlassische Hierarchien und klassische Arbeitsplätze galten schon seinem Vorgänger als Auslaufmodell, der neue Axa-Deutschland-Chef Alexander Vollert “transformiert” nun mit “Ambition 2020″ das Geschäftsmodell. Mit über 200 Initiativen soll der Konzern neu aufgestellt werden. Das Ziel: Einsparungen von jährlich 180 Mio. Euro. Zudem sollen bis 2020 rund 800 Vollzeitstellen gestrichen werden.

“Mit unserer Investitionsstärke und unserer Innovationskraft sehen wir uns in einer führenden Rolle bei der Gestaltung der Versicherungswelt von morgen,” sagte Alexander Vollert vor der Presse. “Ambition 2020″ soll die deutsche Gruppe fit für die digitalisierte Welt machen und für überdurchschnittliches Wachstum sorgen. Die Grundzüge hatte der Vorgänger und heutige Lenker des Weltkonzerns Axa, Thomas Buberl, Ende 2015 vorgestellt.

Vollert, der vor rund einem halben Jahr von der Allianz Versicherungs-AG kam, hat dieses Programm nun konkretisiert. Insgesamt handelt es sich um 18 Bausteine mit über 200 Initiativen. Es handele sich nicht um einfaches Kostensparen, sondern um die Transformation des Geschäfts und des Geschäftsmodells: “Weg von der klassischen Versicherung hin zu einer Gesellschaft, die Kundeninteraktion hat und den Kunden Sicherheit gibt,” sagte Vollert. Gleichwohl stehen am Ende geplante Einsparungen von jährlich 180 Mio. Euro.

Jede zehnte Stelle fällt weg

Die Belegschaft soll bis 2020 um rund zehn Prozent beziehungsweise 800 Vollzeitstellen verkleinert werden. Mit dem Betriebsrat wurde bereits eine Betriebsvereinbarung geschlossen, das so genannte “Axa-Bündnis” bis 2020 verlängert und damit betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Die Stellen sollen über die Ausnutzung der natürlichen Fluktuation und personalwirtschaftliche Instrumente wie Vorruhestandsregelungen und Abfindungen abgebaut werden.

Ambition 2020 setzt an drei Stellschrauben an: der Verbesserung der Kundenbeziehung, der Erhöhung von Effizienz und Effektivität und der Einführung einer neuen Unternehmenskultur. Alle Kundenprozesse bekommen danach ein neues “Design” und verbindliche Servicelevel. Als Kontroll- und Steuerungsgröße zieht der “Net Promoter Score” ein. Die Ausschließlichkeit bleibt, wird aber weiter für die digitale Welt fit gemacht und erhält Instrumente wie die im Sommer vorgestellte “DigiMap”. In den SHUK-Sparten wird in den nächsten drei Jahren ein neues IT-System implementiert. “Mobil first” ist die Devise bei der Produktentwicklung.

Vollert plant flachere Hierarchien

Produkte müssen nun so entwickelt werden, dass sie auch auf kleinen Smartphones quotierbar und kaufbar sind. Sprich: Risikoinformationen müssen für den Versicherer einfach zu generieren sein, soll der potenzielle Käufer nicht durch langwierige Eingaben abgeschreckt werden. Die Mitarbeiter sollen künftig stärker funktionsübergreifend zusammenarbeiten. Hierarchien sollen flacher und Mitarbeiter flexibler in ihrem Arbeitseinsatz werden.

Für die Unternehmenskultur mit “agilem Führen und agilen Arbeiten” werden alle Standorte räumlich umgebaut. Begonnen wird mit Hamburg. Von aktuell 1,1 Arbeitsplätzen je Mitarbeiter will Vollert auf eine Quote von 0,8 kommen. Dies geschieht zum einen durch mehr Heimarbeits-Plätze, zum anderen durch eine neue Aufteilung des Arbeitens mit einer “homebase” für Teams mit verschiedenen Räumen für unterschiedliche Arbeitsphasen. (lie)

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