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Axa Art folgt dem Wanderzirkus der Ultrareichen

15.03.2017 – kai-kuklinski-150Kunstversicherer haben es mit einer besonderen Klientel zu tun, “die erwartet, dass wir sie in ihren jeweiligen Landessprachen bedienen, ihre Werte in einer einheitlichen, weltweiten Datenbank verzeichnen und für vollumfängliche Compliance entsprechend den Regeln der betroffenen Staaten sorgen”, erklärt Kai Kuklinski, CEO der Axa Art. Auf der Maastrichter Kunstmesse Tefaf sprach er mit VWheute über neue Konkurrenten und die Ratenerosion.

“Immer wieder stellen nicht-spezialisierte Wettbewerber hohe Kapazitäten zur Verfügung. Dies gelte insbesondere im Leihverkehrs- und Museumsgeschäft”, sagt Kuklinski. Trotz dieses Wettbewerbs sowie eines ungewöhnlichen Überschwemmungs-Großschadens im US-Bundesstaat Louisiana hat Axa Art seine Profitabilität halten können. 2016 verzeichnete der Versicherer ohne Wechselkurseffekte ein Wachstum von sechs Prozent. Die Bruttoprämie liegt bei mehr als 185 Mio. Euro. Zugenommen haben die Zahl der Kunden sowie die versicherten Werte, gemildert wurde das Wachstum allerdings durch den nach wie vor anhaltenden Prämienabrieb in der Kunst-Sparte. Laut Kuklisnki gebe es im Markt derzeit keine Mega-Verluste und die entsprechende Frequenz, die derzeit geeignet sei, die Ratenerosion in diesem Segment zu stoppen und einen Gegentrend auszulösen.

Deswegen versucht Axa Art auch Schadens- und Präventionsdienste anzubieten. Im Bereich der Risikoübernahme versichere man ab einer bestimmten Mindest-Hausratssumme (z.B. 300.000 Euro) im Rahmen des Zielgruppenkonzepts “tailorMade” auch Gebäude  und sonstige Risiken gemäß einer individuellen Risikoerhebung (Kunst, Juwelen etc.). Weitere Deckungen können optional eingeschlossen werden, wie z.B. Cyberdeckungen (internet fraud, identity theft). Nicht mehr stationäre Zielkunden fragen auch nach umfangreichen “Travel und Assistance”-Lösungen, die ihren Lifestyle schützen. Diese wird z.B. in Großbritannien als optionale Deckung angeboten. Jachten und Privatflugzeuge können unter Nutzung des Know-hows der Axa-Gruppe ebenfalls gedeckt werden.

Der Kunstversicherer passt sich derweil an die neuen Lebensumstände der Ultrareichen an (Ultra High Net Worths, ab ca. 25 Mio. Dollar an liquidem Vermögen). Während einst Sozialisten der Vorwurf gemacht wurde, sie seien “vaterlandslose Gesellen”, gehört die Wurzellosigkeit nun zu den Merkmalen der oberen 0,1 Prozent. Die Gründe sind die Saisonalität des Lebenswandels der Peer Group sowie die Notwendigkeit, gut beraten einen Haken um Steuern abpressende Nationalstaaten zu schlagen, insbesondere nirgendwo mehr als 183 Tage im Fiskaljahr zu verbringen. Vor diesem Hintergrund wird von der Axa Art eine maßgeschneiderte Versicherungslösung für weit gefächerte Vermögenswerte über mehrere Länder hinweg verlangt. Hierzu gehört z.B. die korrekte Abführung von Prämiensteuern oder die Absicherung von spezifischen Risiken in den einzelnen Ländern (Gebäude-Haftpflicht-Pflichtdeckung etc.). “In dieser zunehmend globalen Ausrichtung unserer Organisation in Verbindung mit lokaler Präsenz und Marktkenntnis sehen wir einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu Wettbewerbern”, betont der CEO der Axa Art.

Verschlankte Strukturen und wenig Expansionsdrang

Kuklinski sieht unterschiedliche und immer individuellere Wertentwicklungen in einzelnen Marktsegmenten des Kunsthandels. “Wertsteigerungen in den Bereichen Postmoderne und Contemporary Art stehen selektive Rückgängen bei den Old Masters gegenüber, die jedoch nur schwer zu quantifizieren sind. Es kommt schon mal unter bestehenden Policen zu einer Reduzierung der Versicherungssummen hinsichtlich einzelner Werke, was jedoch meist durch das anderweitige Wachstum der jeweiligen Sammlung oder von anderen Wertsteigerungen überkompensiert werde.” Sehr im Kommen seien die Bereiche Design und Contemporary Art, des Weiteren auch Classic Cars und sonstige Sammlungsgegenstände (z.B. Weine). Generell fächerten sich die Sammlungsthemen derzeit immer breiter auf.

Weltweit beschäftigt Axa Art derzeit rund 235 Mitarbeiter. Ihre Anzahl wurde leicht erhöht, trotz des bewussten Kostenmanagements wird derzeit kein Abspecken beabsichtigt. Allerdings ist man dabei die eigene Struktur zu verschlanken. Zunehmend treten an die Stelle von eigenen Gesellschaften in den einzelnen Gebieten dort ansässige Zeichnungsagenturen (MGAs), die einzig die eigene Gruppe als (lokale) Risikoträger bedienen. Dies wurde z.B. auch in den USA realisiert. Axa Art will ihre Operationen im arabischen Raum vergrößern, jedoch “ist die Zeit für einen Markteintritt in Indien noch nicht reif”, sagt Kuklisnki. In Sachen Brexit hofft der Versicherer im EU-Binnenmarkt bleiben zu können. Die heutige UK-Gesellschaft wird zukünftig eine lokale Niederlassung des deutschen Risikoträgers und parallel ein britischer MGA von Axa Art. (cpt)

Bild: Kai Kuklinski, CEO der Axa Art. Vor seinem Wechsel zum Kunstversicherer im April 2014 war er Leiter des Makler- und Partnervertriebs der Axa Konzern AG. (Quelle: Axa Art)

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