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Assekurata rügt LV-Vergleich der Bild-Zeitung

23.03.2017 – Will_Assekurata_lieDie Rating-Agentur Assekurata hat die Bild-Zeitung gerügt. In dem Artikel “Ist Ihre Lebensversicherung auch unter Druck?” hat das Blatt die “Finanzkraft” der deutschen Lebensversicherer als einzige Grundlage für einen Vergleich herangezogen. Assekurata argumentiert nun, dass die von Bild verwendete Kennzahl nur eine von vielen sei, die im Zuge einer Studie veröffentlicht wurde.

Das Rating-Unternehmen weist darauf hin, dass es nicht sachgerecht sei, die “Finanzkraft” eines Anbieters alleine anhand dieser Kennzahl zu messen. Demgegenüber spielten viele Faktoren eine Rolle, die sich nur mittels eines interaktiven Ratings seriös ermitteln und bewerten lassen. Die “Finanzkraft”-Kennzahl von Bild ist daher aus Sicht von Assekurata keinesfalls als Fundamentalaussage über einzelne Unternehmen zu missdeuten, zumal weitere wichtige Aspekte, beispielsweise die Eigenmittelstärke unter Solvency II, völlig ignoriert wurden.

In dem Bericht stellte die Zeitung die Erträge, die ein Lebensversicherer aus den Kapitalanlagen seiner Kundengelder erwirtschaftet hat, den bestehenden Rechnungszinsanforderungen (Garantiezinsen und Zuführung zur Zinszusatzreserve) mit Stand 31. Dezember 2015 gegenüber. Hierüber, so Assekurata, werde der Eindruck erweckt, dass ein hoher Wert eine hohe “Finanzkraft” widerspiegele und umgekehrt. Kennzahlen im negativen Bereich seien augenscheinlich besonders kritisch, da sich die 20 miteinander verglichenen Unternehmen in der “Zins-Falle” befänden.

Ratingagentur erachtet Interpretation als nicht stichhaltig

Aus Sicht der Agentur ist diese Interpretation jedoch nicht stichhaltig. Zunächst einmal würden den Lebensversicherern noch weitere Kapitalanlageerträge zur Verfügung stehen, die in der dargestellten Kennzahl nicht berücksichtigt sind. Außerdem könnten die Unternehmen überdies auf weitere Ergebnisquellen jenseits der Kapitalanlage zurückgreifen, die den Gesamtertrag mitunter deutlich stabilisieren.

Dies treffe beim Risikoergebnis auf alle und beim übrigen Ergebnis immerhin auf 50 Anbieter zu. Darüber hinaus hänge die Höhe der Kennzahl maßgeblich von den aufgelösten Bewertungsreserven ab. Dabei stehen Unternehmen, die in dem betrachteten Bilanzjahr viele Bewertungsreserven aufgelöst haben, tendenziell besser da.

Eine geeignetere Kennzahl stelle beispielsweise die EKG-Quote dar, die in der gleichen Assekurata-Studie veröffentlicht wurde. Diese bezieht neben dem gesamten Kapitalanlageergebnis auch das Risikoergebnis, das übrige Ergebnis und einen Teil der vorhandenen Bewertungsreserven mit ein.

Karawanskij: “Lebensversicherer haben sich verkalkuliert”

Die Linkenabgeordnete Susanna Karawanskij nutzte den Bericht der Bild hingegen für einen umfassende Kritik an der Versicherungsbranche. “Fakt ist, die Lebensversicherungsunternehmen haben sich verkalkuliert. Es wurden in der Vergangenheit Garantien versprochen, die in einem anderen wirtschaftlichen Umfeld bei realistischen Prognosen nie gehalten werden können. Schnelle Kundengewinnung darf nie vor Sicherheit und Vorsicht gehen. Leidtragende dürfen aber nun nicht weiterhin die Kunden sein, deren Überschüsse seit Jahren wie Schnee in der Sonne dahinschmelzen”, moniert die sächsische Parlamentarierin.

So sollten die Versicherer “beispielsweise etwas von ihren Jahr für Jahr stolz präsentierten stattlichen Gewinnen abknapsen. Zugleich müssen Versicherte wieder hälftig an den Bewertungsreserven beteiligt, und es muss – wie es auch Verbraucherschutzverbände fordern – mehr von den sog. freien RfB an Versicherte ausgekehrt werden. Nur so kann für Verbraucher “Druck’ aus der Lebensversicherung genommen werden”, fordert Karawanskij. (vwh/wo)

Bild: Reiner Will, Geschäftsführer von Assekurata (Quelle: lie)

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