Versicherungswirtschaft-heute

            Mobilsite

 

Arag will digitaler Vorreiter werden

15.12.2017 – arag-pk_lieIm deutschen Rechtsschutzgeschäft kommen bereits 23 Prozent der Arag-Kunden über das Netz. Über alle Sparten im heimischen Markt erhöht sich der Anteil der Online-Kunden 2017 voraussichtlich um elft Prozent auf leicht über elf Prozent. Bei dieser Zahl zählt die Arag auch die Kunden, die über Vergleichsplattformen kommen. Das Online-Geschäft betrifft bisher vor allem Rechtsschutz.

In der Kranken- und Kompositversicherung stecke “noch großes Potenzial”, weil man hier diesen Kanal “noch nicht einmal annährend aktiviert” habe, sagte Vorstandschef Paul-Otto Faßbender. Das wachsende Online-Geschäft sieht Faßbender als Bestätigung für die eigene “Arag-Digitalstory”, die er weiter vorantreiben wolle. “Völlig unaufgeregt” treibe man die Digitalisierung “mit allem Nachdruck voran” und habe den Anspruch, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Von Vorteil sei es, dass man als einer der ganz wenigen Versicherer in Deutschland, bereits das Rechenzentrum auf Linux-Systeme umgestellt habe und ganz auf unflexible und teuere Großrechner verzichte.

An den Schnittstellen zum Kunden war man 2017 eigenem Bekunden nach weiterhin “innovations- und experimentierfreudig”. So wurden beispielsweise das Online-Schadentracking über alle Sparten bereits mehr als 30.000 Mal und der Online-Rechtsservice von den 100.000 registrierte Nutzern über 400.000 Mal aufgerufen. Bei inzwischen implementierten Dunkelverarbeitung von Rechnungen sei man sogar schneller als das Insurtech Lemonade, berichtete Vorstand Hanno Petersen. Auch mit Big Data und Künstlicher Intelligenz beschäftige sich die Gruppe “intensiv”. Mit der Blockchain-Technik habe man einen Pilot laufen.

Eines der jüngsten, bereits sichtbaren digitalen Projekte ist die Tochter Justix GmbH, welche für die Arag internationale Geschäftsmodell im Bereich Legal Service aufbaut. In den Niederlanden und in Belgien können Abonnenten über die Plattform “HelloLaw” schnell Rechtsauskünfte einholen. Dieses Modell soll 2018 in Italien und Frankreich starten; in Deutschland geht dies wegen des Rechtsberatungsgesetz nicht.

Arag legt in diesem Jahr zu

Nach bisher vorliegenden Zahlen wird die Gruppe – bereinigt um die zum 1. Januar 2017 verkaufte Lebensversicherung – um 4,5 Prozent auf 1,61 Mrd. Euro Bruttobeitrag zulegen Rund 44 (35) Prozent des Geschäfts kommt aus dem Ausland. “Auf jedem unserer 17 Märkte befindet sich die Arag klar im Vorwärtsgang”, sagte Faßbender. Das Rechtsschutzsegment wird voraussichtlich um wiederum fünf Prozent auf 940 Mio. Euro wachsen, davon stammen 591 Mio. Euro aus dem ausländischen Rechtsschutzgeschäft (plus 5,4 Prozent).

Getragen sowohl Neukundengeschäft wie Beitragserhöhungen wächst das heimische Rechtsschutzgeschäft um rund sechs Prozent auf 349 Mio. Euro. Die Krankenversicherung gewann per Saldo sowohl neue Zusatz- wie auch Vollversicherte hinzu und wird voraussichtlich 363 Millionen Euro Bruttobeitrag (plus zwei Prozent) verbuchen, das Kompositsegment 282 Mio. Euro (plus 5,4 Prozent). Faßbender erwartet einen versicherungstechnischen Gewinn von 58 (66,7) Mio. Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 67,8 (87) Mio. Euro. Die Combined Ratio soll im Konzern bei 89,8 (91,5) Prozent liegen. Der Grund für den Rückgang sind unter anderem hohe Zuschreibungen auf Wertpapiere im Vorjahr, die so 2017 nicht mehr möglich waren.

Ab Februar bringt die Arag mit der Police “Miet-Rechtsschutz Sofort” eine weitere Rückwärtsdeckung auf den deutschen Markt. In dieser Deckung ist genau ein Schaden aus definierten Mietrechtskonstellationen mit allen außergerichtlichen und gerichtlichen Kosten gedeckt, der bis zu zwölf Monate zurückliegen kann. Die Policen müssen über drei Jahre abgeschlossen werden. (lie)

Bildquelle: lie

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten