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Amazon und Warren Buffett gründen Krankenversicherer

31.01.2018 – warren_buffett_dpaDigitale Giganten wie Amazon und Google sind längst ins Blickfeld der Versicherungsbranche gerückt. Dass die Internetriesen eine durchaus ernstzunehmende Konkurrenz für Versicherer werden können, zeigt das jüngste Beispiel aus den USA. So wollen der Online-Händler, Investment-Guru Warren Buffett und JP Morgan ein eigenes Unternehmen gründen, um die Gesundheitskosten für ihre rund 1,1 Millionen Beschäftigen zu senken.

Die Stoßrichtung scheint jedenfalls klar: “Die sich immer mehr aufblasenden Gesundheitskosten agieren wie ein hungriger Bandwurm in der amerikanischen Wirtschaft”, wird Buffett im Handelsblatt zitiert. Das Ziel: Mit einem eigenen Krankenversicherer wollen die drei Konzerne die teuren Mittelsmänner im US-amerikanischen Gesundheitssystem auszuschalten. Dabei sollen die sogenannten Pharma Benefit Manager bessere Deals mit den Pharmaherstellern für die Versicherer auszuhandeln. Kritiker befürchten hingegen, dass sie mehr kosten als sie tatsächlich einbringen, weil diese ebenfalls ein Stück vom Kuchen abhaben wollen.

Profit soll der neue Krankenversicherer – zumindest angeblich – nicht machen. “Unsere drei Unternehmen haben besondere Ressourcen und unserer Ziel ist es, Lösungen zu schaffen, die unseren US-Arbeitnehmer, ihren Familien und potentiell allen Amerikaner zugute kommen”, kommentierte Jamie Dimon, Vorstandsvorsitzender von JP Morgan-Chef, das Projekt. Über die Managementstruktur oder den Sitz des neuen Unternehmens ist allerdings bislang noch nichts bekannt.

Amazon wandelt auf den Spuren des japanischen Rivalen

Der Internetversandhändler folgt damit dem Vorbild seines japanischen Rivalen Rakuten. Dieser hatte bereits am Montag angekündigt, mit dem Kauf des Sachversicherers Asahi Fire & Marine nun ganz ins Versicherungsgeschäft einzusteigen. Rund 400 Mio. US-Dollar will der Konzern dafür locker machen, berichtet das Handelsblatt. Asahi & Fire wurde 1951 gegründet und bilanzierte im Jahr 2016 ein Vermögen von knapp drei Mrd. Euro. Aktuell gehört der Sachversicherer der Investmentbank Nomura.

Rakuten selbst ist bereits mit einem Lebensversicherer im Versicherungsgeschäft tätig. Daneben besitzt der heute größte Kreditkartenversicherer Japans noch eine Direktbank, einen Onlinebroke und einen digitalen Zahlungsdienst. Daher könnte das Portolio von Asahi Fire & Marine an Haus-, Auto-, Unfall- und Reiseversicherungen durchaus ins Geschäftsmodell von Rakuten passen. Dessen Ziel: Die Datenmasse seiner Geschäftsfelder mittels künstlicher Intelligenz zu analysieren, um den Kunden gezielt eine Versicherungspolice anbieten zu können. (vwh/td)

Bild: Warren Buffett (Quelle: dpa)

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