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Alte Leipziger präsentiert sich als Musterschüler

02.02.2017 – botermann_epoDas Neugeschäft 2016 der Alte Leipziger wird voraussichtlich über dem Vorjahresniveau liegen.  Vorstandsvorsitzender Walter Botermann spricht auf dem Pressegespräch zu den vorläufigen Geschäftsergebnissen von über  920 Mio. Euro. Eine Solvenzrate von “sicher über 200 Prozent”, eine Zinszusatzreserve von nun 400 Mio. Euro: Auch im Lichte von Solvency II steht die Alte Leipziger sehr gut da. Mit einer neuen Kunden-App Botermann selbst Insurtechs überholen.

Das neue Leben-Produkt AL_Rente Flex soll einmal bis zu 50 Prozent der privaten Vorsorge-Sparte des Versicherer ausmachen. Dieses setzt auf eine Mischung aus klassischer Geldanlage und Fonds, der Versicherungsnehmer kann zudem selbst entscheiden, wie er sein Geld anlegen möchte – und zwar jeden Monat neu.

Die Bodenständigkeit zur Strategie erhoben

Das Orange der Drehstühle im Retro-Look ist schon etwas verbleicht. Vorstandsvorsitzender Botermann stellt klar: “Das ist kein Retro! Diese Stühle haben schon mindestens drei Generationen von Vorstandsvorsitzenden erlebt, nun sind sie schon fast wieder cool.” Die Bodenständigkeit in der Einrichtung ist symbolhaft für die Strategie des Versicherers.

Der Zinszusatzreserve führte die Alte Leipziger (AL) im Jahr 2016 erneut Mittel zu, sie belaufe sich nun auf rund 400 Mio. Euro. Obwohl der Versicherer die Solvency-II-Anforderung schnell umsetzt, stellt sich die AL bei der Zinszusatzreserve (ZZR) hinter die GDV-Forderung, die ZZR stärker an Effizienz zu orientieren. Auch ihr Eigenkapital steigerte die AL um 40 Mio. Euro auf nun 840 Mio. Euro.

Die Beitragseinnahmen in Leben konnten im Jahr 2016 erneut gesteigert werden, mit 0,7 Prozent Beitragssteigerung liegt sie deutlich über dem vom GDV berechneten Branchendurchschnitt von -1,7 Prozent. Das Neugeschäft Leben konnte mit mehr als 912 Mio. Euro, gemessen in Beiträgen, wahrscheinlich erneut zulegen, mit dem neuen Produkt will CEO Botermann dies noch etwas steigern, allerdings mahnt er: “Leben darf nicht durch zu viele Einmal-Geschäft aufgebläht werden.”

Auch die Hallesche, PKV-Tochter der Gruppe, konnte das Neugeschäft steigern, und zwar deutlich: Von 2,4 Mio. Euro (2015) auf voraussichtlich 3,8 Mio. Euro. Auch die Bruttobeitragseinnahmen legten auf 1.149 Mio. Euro zu (2015: 1.140 Mio. Euro).

Alter Tanker überholt junge Insurtechs

Noch keines der Insurtechs habe eine Schnittstelle zwischen dem internen IT-System zur Vertragsverwaltung und der Bedienoberfläche für die Kunden. Eine App soll die jährliche Wasserstandsmeldung ablösen, für die die AL einen “kleinen einstelligen Millionenbetrag” investierte. Dabei wurde das System des Insurtechs Treefin weiterentwickelt: Auf den Tag genau könnten die Kunden in der App nun die Wertentwicklung ihrer gewählten Fonds beobachten und monatlich das Mischungsverhältnis in ihrer Flexi-Rente ändern, sagt Produktvorstand Jürgen Bierbaum. “Das ist ein Feature, das es so noch nicht gibt”, ergänzt Botermann.

Doch damit nicht genug: Auch Kunden anderer Versicherer können die generische App dazu nutzen, ihre Verträge einzupflegen und zu beobachten. Ist das der Einstieg in den Direktvertrieb? Botermann wiegelt ab, das sei nicht geplant. Jedoch könnten die Schnittstellen den Markt neu verteilen. (de)

Bild: Walter Botermann (Quelle: epo)

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