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Allianz will sich langfristig an Standort Stuttgart binden

26.07.2017 – Hagenbucher_Rainer_AllianzDie Allianz wird einen dreistelligen Millionen-Betrag in einen Neubau für 4.500 Mitarbeiter in Stuttgart-Vaihingen investieren. Die Bilder des Projekts von Gerber Architekten lassen Großes erwarten. VWheute hat mit dem Projektverantwortlichen Rainer Hagenbucher, Standortleiter Allianz in Stuttgart und Ressortbereichsleiter Betrieb Personenversicherung, gesprochen.

VWheute: Die Allianz ist bereits seit 1927 in Stuttgart. War die Historie ein Grund für den Neubau, und was ist die Zielsetzung des Gebäudes?

Rainer Hagenbucher: Natürlich hat auch die Geschichte eine Rolle gespielt bei der Investitionsentscheidung. Nach der Fusion mit dem Stuttgarter Verein beschloss die Geschäftsleitung der Allianz Lebensversicherung vor 90 Jahren, ihren Sitz in die Landeshauptstadt zu verlegen– übrigens bis heute der einzigen Hauptverwaltung in Deutschland außerhalb der Unternehmenszentrale in München. Das war der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die wir fortschreiben möchten. Im vergangenen Jahr wurde Stuttgart von unserem Mutterkonzern, der Allianz SE, zum globalen Kompetenzzentrum für die Lebensversicherung bestimmt. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, brauchen wir einen zeitgemäßen Standort, der die Anforderungen eines kundenorientierten und digitalisierten Versicherungsbetriebs erfüllt.

Allianz Neubau in Stuttgart_Gerber Architekten

VWheute: Darf das Gebäude als Bekenntnis zum Standort Stuttgart und damit auch zur ansässigen Lebensversicherung verstanden werden?

Rainer Hagenbucher: Ja. Wir möchten einen dreistelligen Millionenbetrag in den Neubau investieren. Die Allianz ist eine sehr langfristig orientierte Investorin. Wir denken nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten. Sie können daher davon ausgehen, dass wir uns langfristig an den Standort Stuttgart binden möchten.

VWheute: Ab wann wird gebaut?

Rainer Hagenbucher: Wenn es nach uns geht, so schnell wie möglich. Aber es liegt nicht allein in unserer Hand. Aktuell wird das Gelände als Sportanlage genutzt, damit wir dort bauen dürfen, muss das im Flächennutzungsplan als private Sportfläche gekennzeichnete Gebiet in Gewerbefläche für Büronutzung umgewandelt werden. Dafür ist ein Planänderungsverfahren notwendig, das vor einem Jahr mit großer Mehrheit vom Stuttgarter Gemeinderat angestoßen wurde und voraussichtlich Ende 2018 abgeschlossen sein wird.

VWheute: Das Gebäude wirkt von den Bildern und den Maßen her sehr luftig, modern und frei. Warum braucht die Allianz in Stuttgart einen solch großen Campus, den auch Fußgänger betreten dürfen?

Rainer Hagenbucher: Nicht nur die Versicherungswirtschaft, sondern die ganze Gesellschaft durchläuft aufgrund der Digitalisierung derzeit einen tief greifenden Veränderungsprozess. Wir verstehen uns als Teil der sich wandelnden Gesellschaft und möchten uns daher nicht von der Außenwelt abschotten. Unser Ziel ist es ja, noch näher an den Kunden zu rücken und seine Bedürfnisse besser zu verstehen. Da wäre es doch merkwürdig, wenn wir ihn an unserem neuesten und zukunftsweisenden Standort nicht einladen wollten, unseren Campus zu durchqueren, im Grünen zu verweilen und vielleicht sogar ins Gespräch mit unseren Mitarbeitern zu kommen.

VWheute: Die fünf Teile des Gebäudes sind unterirdisch miteinander verbunden. Nicht mehr als eine Spielerei, oder hat das einen praktischen Nutzen?

Rainer Hagenbucher: Mit Spielerei hat das nichts zu tun. Ausschlaggebend für den Wunsch nach einem zentralen Neubau war ja der Wunsch, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Stuttgarter Allianz Standorten, der Hauptverwaltung in der Reinsburgstraße einerseits und den in der Uhlandstraße angesiedelten Betriebs- und Schadenabteilungen sowie der Vertriebsorganisation zu vereinfachen. Um den veränderten Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, brauchen wir mehr Raum als früher für projektbezogene Teamarbeit. Wir benötigen kurze Wege, um Ideen zeitnah interdisziplinär zu diskutieren, weiterzuentwickeln und umzusetzen. Das wollen wir nicht nur in den sogenannten Communication Hubs in den Obergeschossen ermöglichen, die Mitarbeitern verschiedener Disziplinen einen Raum für kurzfristige Meetings bieten. Sondern auch in den beiden Untergeschossen, die 70.000 der insgesamt 170.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche umfassen werden.

So dient zum Beispiel die dort angesiedelte und von allen Gebäudeelementen zugängliche Betriebsgastronomie ja nicht nur der Nahrungsaufnahme. Hier ist auch ein informeller Austausch zwischen Menschen möglich, die zwar Kollegen sind, sich aber mit ganz unterschiedlichen Themen beschäftigen. Das Gleiche gilt für das Sportangebot, das unseren Mitarbeitern tagsüber im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements und abends durch die Trainingszeiten des TSV Georgii Allianz e. V. in der integrierten Dreifeldhalle im Untergeschoss offensteht. Wir sind überzeugt, dass der interdisziplinäre Austausch in lockerer Atmosphäre Kreativität freisetzt und uns hilft, bessere Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln.

An dem Entwurf des Dortmunder Büros Gerber Architekten gefällt uns besonders gut, dass dank großer Innenhöfe und Oberlichter auch der unterirdische Bereich mit Tageslicht versorgt wird.

VWheute: Eine letzte Frage: Machen solche Prachtbauten heutzutage noch Sinn, es ist ja im Endeffekt Kundengeld? Anders gefragt: Wie wichtig ist Repräsentation heute noch?

Rainer Hagenbucher: Ich teile Ihre Einschätzung dahingehend, dass der Entwurf zeitgemäß und ästhetisch sehr ansprechend ist. Das ist auch notwendig. Schließlich wollen wir, dass unsere Mitarbeiter den bestmöglichen Kundenservice bieten und müssen ihnen daher nicht nur eine hervorragende technische Ausstattung zur Verfügung stellen, sondern auch einen Arbeitsplatz, an dem sie sich wohlfühlen. Als Prachtbau würde ich den neuen Allianz Standort jedoch nicht bezeichnen. Der Entwurf punktet damit, dass er einerseits mit der vorhandenen Architektur der Verwaltungs- und Bürogebäude auf der Nordseite des Geländes korrespondiert und andererseits einen harmonischen Übergang zu den Grünflächen im Süden bildet.

Auf repräsentative Insignien wie monumentale Fassaden oder einen Hochpunkt, der den Rahmen der städtebaulichen Vorgaben ausschöpft, wurde bewusst verzichtet. Ginge es uns in erster Linie um eine repräsentative Wirkung, hätten wir vermutlich auch andere, zentralere Lagen mit mehr Publikumsverkehr bevorzugt. Der SynergiePark, dessen städtebauliche Anbindung an den Bahnhof Vaihingen unser Gebäude leisten soll, ist Stuttgarts größtes Gewerbegebiet. Für uns ist es vor allem aufgrund seiner hervorragenden Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ideal. In der Summe ist der Entwurf aus meiner Sicht eine Lösung, die auf vorbildliche Weise zwischen den berechtigten Interessen unserer verschiedenen Stakeholder vermittelt.

-iegerentwurf_Allianz_Stuttgart_innen

Allianz sponsort Sportarena in den USA

Unterdessen baut die Allianz ihr Stadionsponsoring rund um den Globus weiter aus. So haben der der Versicherer und der US-amerikanische Fußballverein Minnesota United FC am gestrigen Dienstag die Partnerschaft zur Namensgebung eines neuen Fußballstadions bekannt. Demnach wird die Allianz Life Insurance Company of North America wird der offizielle Sponsorpartner des Stadions.

Das “Allianz Field” wird somit das erste Stadion in Nordamerika, welches von der Allianz gesponsort wird. Gleichzeitig es bereits der achte Zuwachs in der Stadionfamilie des Münchener Versicherers. Anfang Juni 2016 hatte die Allianz das Sponsoring des Fußballstadions von Juventus Turin bekanntgegeben.

Nach Unternehmensangaben sollen die Bauarbeiten für das neue Zuhause von Minnesota United FC zum Start der neuen Saison der Major Soccer League (MLS) im Jahr 2019 abgeschlossen sein. Zudem sei das “Allianz Field” das erste Sportstadion im US-Bundesstaat Minnesota, welches von privaten Investoren finanziert und nicht direkt aus öffentlicher Hand gefördert werde.

“Allianz Life ist der führende Anbieter von Altersvorsorge in den Vereinigten Staaten und die neue Partnerschaft – unsere erste in Nordamerika – eröffnet uns vor Ort neue Möglichkeiten, mit Kunden und Partnern ins Gespräch zu kommen, unsere Leidenschaft für Fußball zu teilen und unser Engagement für die Gemeinschaft zu zeigen”, kommentiert Jean-Marc Pailhol, Head of Group Market Management & Distribution der Allianz SE, das Stadionsponsoring in den USA.

Titelbild: Rainer Hagenbucher (Quelle: Allianz)

Bilder des Projekts: Gerber Architekten

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

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