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Allianz und BMW: Erst Halterhaftung, dann Regress

28.03.2017 – Fahrassistent - quelle ZFDie Unfallzahlen werden mit dem autonomen Fahren sinken – mit ihnen auch die Versicherungsprämien. Kein Grund für die Allianz ihr Geschäftsmodell zu verändern. Mit BMW unterschrieb der Versicherer ein Positionspapier: An der Haftung des Halters bei Unfällen darf nicht gerüttelt werden. Dabei stellt Alexander Dobrindts Gesetzesentwurf weder die Fahrer- noch Halterhaftung in Frage. Notfalls will Allianz die Hersteller in Regress nehmen.

“Wenn Schäden zunehmen, weil die Systeme der Hersteller nicht wie versprochen funktionieren, werden wir die Hersteller in die Verantwortung nehmen”, sagt Joachim Müller, Chef der Allianz-Versicherungs-AG. Davor will der Versicherer mit den Autobauern kooperieren.

In einem gemeinsamen Positionspapier sprachen sich Allianz Worldwide Partners und der Münchener Autobauer BMW dafür aus, dass sich der Halter auch künftig gegen Fehler des Fahrers und mögliche technische Defekte des Autos versichern müsse. Erst in zweiter Linie solle dann zwischen dem Kfz-Versicherer und dem Autobauer geprüft werden, ob letzterer für eine Fehlfunktion zahlen müsse.

Nach Ansicht der Allianz sprechen aber vor allem praktische Gründe für eine Beibehaltung der Halterhaftung. “Kommt es zu einem Unfall, erhalten dann sowohl der Fahrzeughalter als auch Unfallgeschädigte zügig Hilfe, und zwar ohne die Unsicherheiten, die eine langwierige gerichtliche Auseinandersetzung mit der verantwortlichen Partei mit sich bringen würde”, sagt Claudius Leibfritz, der für das weltweite Kfz-Geschäft bei der Allianz verantwortlich ist.

Ohnehin hat Verkehrsminister Alexander Dobrindt vollautomatisierte Fahrzeuge in seinem Gesetzesentwurf ausgeklammert, und erntete dafür viel Kritik. Der GDV warnte, dass manche Formulierungen “zu Unklarheiten führen und sich in anschließenden Rechtsstreitigkeiten zulasten des Verkehrsopfers” auswirken würden.

Joachim Müller ist überzeugt, dass die Kfz-Versicherung auch noch in 50 Jahren existieren wird. In der Kfz-Versicherung verliert Allianz Deutschland hierzulande immer mehr Marktanteile gegenüber ihrem Erzrivalen Huk-Coburg, die vergangenes Jahr 500.000 Fahrzeuge hinzugewann. Lediglich 43.000 Autos konnte die Allianz 2016 neu versichern. (vwh/dg)

Bildquelle: ZF

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