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Allianz trotzt Hurrikans und macht Aktionäre glücklich

13.11.2017 – Oliver_baete_AllianzAllianz-Vorstandschef Oliver Bäte kann derzeit zufrieden sein. Das Münchener Versicherungsschiff hat der schweren Hurrikan-Saison getrotzt und befindet sich weiterhin auf dem vorgegebenen Kurs. Trotz Gewinnrückgang im dritten Quartal hält der Konzern an seiner Gewinnprognose fest und will weitere Aktien zurückkaufen.

So fiel der operative Gewinn im dritten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um satte 17,3 Prozent auf 2,477 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,995 Mrd.). Dieser Rückgang sei nach Angaben der Allianz maßgeblich auf die Schäden aus Naturkatastrophen zurückzuführen, die der Konzern auf etwa 529 Mio. Euro beziffert. Über die ersten neun Monate des Jahres gerechnet steht dennoch ein deutliches Gewinnplus von 3,5 Prozent auf 8,337 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,058 Mrd.) in der Bilanz.

Bäte hält an Gewinnprognose fest

Wenig verwunderlich also, dass Konzernschef Oliver Bäte an der Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr festhält: “Die Gruppe hat Schäden aus Orkanen, Stürmen und Erdbeben in diesem Quartal weggesteckt und ihre operativen Erträge in den ersten neun Monaten noch gesteigert. [...] Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die Allianz eine sehr gute Ertragsentwicklung mit einem operativen Ergebnis in der oberen Hälfte der Zielspanne von 10,8 Mrd. Euro, plus oder minus 500 Mio. Euro.”

Die Analysten rechnen laut Handelsblatt derzeit mehrheitlich damit, dass die Münchener im Gesamtjahr bei etwa 11,2 Mrd. Euro landen werden. “Angesichts der Serie von Naturkatastrophen im dritten Quartal hat Allianz ein solides Quartalsergebnis berichtet, das etwas besser als erwartet ausgefallen ist. Auch die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt eine positive Überraschung”, wird Thorsten Wenzel, Versicherungs-Analyst der DZ-Bank, zitiert.

Schwächelndes Sachgeschäft

Sehen lassen kann sich nach Allianz-Angaben auch der Gesamtumsatz mit einem Plus von 2,2 Prozent in den ersten neun Monaten auf 94,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 92,2 Mrd.). In der Schaden- und Unfallsparte verbuchte die Allianz in den ersten neun Monaten des Jahres einen leichten Anstieg der Beitragseinnahmen auf 40,9 Mrd. Euro (Vorjahr: 40,4 Mrd.). Der Gewinn sank hingegen deutlich um 6,8 Prozent auf 3,744 Mrd.Euro (Vorjahr: 4,016 Mrd.). Die Schaden-Kostenquote stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um einen Prozentpunkt auf 95,4 Prozent.

“Der Geschäftsbereich Schaden-und Unfallversicherung hat sich in diesem Quartal nach einer Reihe von Orkanen, Stürmen und anderen Ereignissen sehr gut behauptet. Naturkatastrophen haben Schäden in Höhe von 529 Millionen Euro verursacht. Dieser relativ niedrige Betrag ist ein Beleg für die Kompetenz der Gruppe im Underwriting und Risikomanagement. Schäden aus Naturkatastrophen ausgenommen, ist der Geschäftsbereich auf Kurs, das für das Jahr 2018 gesteckte Ziel einer Schaden-Kosten-Quote von 94 Prozent zu erreichen”, kommentiert Finanzvorstand Dieter Wemmer.

Starkes Neugeschäft in Leben

Deutlich erfolgreicher verlief das Jahr bislang im Lebengeschäft. So stieg das operative Ergebnis laut Allianz in den ersten neun Monaten des Jahres um fast zehn Prozent auf 3,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,1 Mrd.). Die Beitragseinnahmen stiegen um 2,6 Prozent auf 48,7 Mrd. Euro. Im Neugeschäft verzeichnete die Allianz ein Plus von 29,6 Prozent auf 1,332 Mrd. Euro (Vorjahr: 1.028 Mrd.).

“Die Neugeschäftsmarge blieb im zweiten Quartal in Folge auf dem hohen Niveau von 3,4 Prozent und lag damit deutlich über der Marge von 2,8 Prozent von vor einem Jahr. Dies ist teilweise auf eine bessere Zusammensetzung des Produktportfolios zurückzuführen. Kunden und Anteilseigner profitieren beide von den neuen Produkten, die wir als Antwort auf das sehr niedrige Zinsumfeld entwickelt haben”, kommentierte Wemmer. Profitiert hat die Allianz dabei nach eigener Aussage vor allem durch den Verkauf von kapitaleffizienten Produkten in Deutschland sowie von fondsgebundenen Verträgen in Italien, Taiwan, Belgien und Luxemburg.

Asset Management: Deutlicher Zufluss von Nettomitteln

Positive Zahlen konnte der Münchener Versicherer auch in der Investment-Sparte vermelden. So stieg das operative Ergebnis in den ersten neun Monaten des Jahres um 11,5 Prozent auf 1,743 Mrd. Euro. Dank Nettomittelzuflüsse Dritter von 106 Mrd. Euro beträgt das verwaltete Gesamtvermögen 1,922 Mrd. Euro, einem Plus von 51 Prozent gegenüber dem Jahresende 2016.

“Der Geschäftsbereich Asset Management hat die 100-Milliarden-Euro-Marke für Nettomittelzuflüsse Dritter bereits in den ersten neun Monaten des Jahres überschritten. Das ist eine bemerkenswerte Leistung! Die herausragenden Anlageergebnisse unserer aktiv verwalteten Fonds sind der Hauptgrund für diese starken Zuflüsse”, kommentiert Wemmer.

Ratschläge an die Konkurrenz

Allerdings konnte sich der scheinende Finanzvorstand bei der Präsentation der Bilanzzahlen einen Seitenhieb auf die Konkurrenz nicht verkneifen. So halte er laut Handelsblatt einen Verkauf von Lebensversicherungs-Beständen an einen professionellen Abwickler nicht für grundsätzlich negativ. Habe die Bafin hingegen ein Auge darauf, “sollte das für den Kunden neutral sein, vielleicht sogar leicht positiv”.

Zudem müsse die Branche darauf achten, die Lebensversicherung als Produkt nicht durch Negativ-Schlagzeilen zu beschädigen. Gleichzeitig will die Allianz laut Wemmer an ihren Beständen festhalten und das Neugeschäft nicht einstellen. “Wir haben in Europa keine Pläne, ein Geschäft in den Run-off zu setzen”, konstatierte der Finanzvorstand.

Gleichzeitig kündigte Wemmer an, dass die Allianz in der anstehenden Erneuerungsrunde keine höheren Rückversicherungsprämien zahlen wolle. “Wir haben die Rückversicherung kaum belastet, ich glaube, wir haben darum gute Argumente, um Erhöhungen zu vermeiden”, betonte der Finanzvorstand.

Glücklich schätzen können sich übrigens auch die Aktionäre: “Kurz vor Abschluss des am 16. Februar 2017 beschlossenen Aktienrückkaufprogramms im Volumen von bis zu drei Mrd. Euro hat die Allianz SE ein weiteres Rückkaufprogramm für eigene Aktien beschlossen”, teilte der Konzern mit. Demnach will der Versicherer weitere zwei Mrd. Euro in den Rückkauf von Aktien investieren. Das Programm soll Anfang des Jahres 2018 starten und in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 durchgeführt werden, teilte die Allianz mit. (vwh/td)

Bild: Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte (Quelle: Allianz)

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