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Allianz investiert in chinesische Luxus-Malls

20.11.2017 – China _M. Hermsdorf_pixelio.de -Die Allianz bekommt zunehmend Appetit auf Fernost: So will der Münchener Konzern sein Immobiliengeschäft in China ausbauen. Zu diesem Zweck legt die Allianz gemeinsam mit TH Real Estate den geschlossenen Core-plus-Fonds ERES APAC II-China Outlets auf. Der Schwerpunkt dieses Fonds auf US-Dollarbasis soll dabei auf Premium-Outlet-Centern in China liegen.

Durch das Investment wollen die Beteiligten nach eigenen Angaben für ERES APAC II-China Outlets zunächst Zusagen in Höhe von 750 Mio. US-Dollar (etwa 640 Mio. Euro) erhalten. Dabei wird sich die Allianz als Hauptinvestor mit einem Anteil von 30 Prozent – also einem Volumen von rund 225 Mio. US-Dollar – beteiligen.

Mit der neuen Plattform in China wollen die Allianz und TH Real Estate nach eigenen Angaben ihre Geschäftsbeziehungen vertiefen. Darüber hinaus erweiteren ihre gemeinsamen Investments in Outlets nach ähnlichen Engagements in Europa und in Großbritannien, die bereits in den Jahren 2004 und 2008 aufgesetzt wurden.

“China entwickelt sich wirtschaftlich zu einer Dienstleistungs- und Konsumgesellschaft. Neben den klassischen Einzelhandelsgeschäften haben sich Outlets als ein attraktives Format für Käufer etabliert, die nach Markenprodukten zu reduzierten Preisen suchen”, kommentiert Rushabh Desai, CEO Asia-Pacific der Allianz Real Estate, das Investment in der Volksrepublik.

“Asien ist aktuell für Immobilieninvestments von besonderem Interesse. Die Allianz baut ihr Immobilienengagement dort kontinuierlich aus. Der Anteil der asiatischen Immobilieninvestments an unserem weltweiten Portfolio liegt aktuell bei rund drei Prozent. Ziel ist, den Anteil der asiatischen Immobilieninvestments auf fünf Prozent zu steigern. Im Fokus stehen vor allem Wachstumsmärkte wie China, Indien und Südostasien”, ergänzt ein Unternehmenssprecher der Allianz Real Estate GmbH auf Anfrage von VWheute.

“Im Rahmen unserer Anlagestrategie investieren wir auch in Asien direkt, indirekt (über Fonds) sowie in Joint Ventures und Co-Investments. Im Fokus steht immer die Attraktivität des einzelnen Investments. [...] In den vergangenen Wochen haben wir außerdem unter Anderem in ein Büro- und Einzelhandelsobjekt in Schanghai, in einen Logistikfonds in Japan sowie in einen Büroimmobilienfonds für Indien investiert”, heißt es weiter.

Dritte chinesische Allianz-Niederlassung in Peking

Das Immobilien-Investment scheint jedenfalls nur ein Teil der Allianz-Aktivitäten im Reich der Mitte zu sein. So hatte der Konzern bereits Anfang November die Eröffnung einer Repräsentanz in Peking bekannt gegeben. Neben Guangdong und Schanghai ist diese bereits die dritte Niederlassung der Allianz China General Insurance (AZCN) in der Volksrepublik.

So ermögliche es die Zulassung durch die chinesische Versicherungsaufsicht CIRC der Allianz, ihre gesamte Palette an Sachversicherungslösungen für Firmen- und Privatkunden in Peking anzubieten. Diese umfasst laut Versicherer die Reise-, Unfall-, Kranken- und Kfz-Versicherungen sowie Produkte in den Bereichen Liability, Marine, Construction, Energy, Financial Lines und Warenkreditversicherung.

“Dies ist ein Meilenstein in den fortlaufenden Wachstumsbestrebungen der Allianz in China. Als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes bietet Peking nicht nur eine großartige Chance für uns, um den Versicherungsbedarf eines wachsenden Privat- und Unternehmenskundenkreises in China zu decken. Für die Allianz ergibt sich dadurch auch die Gelegenheit, eine größere Rolle bei einigen der wichtigsten inländischen Vorhaben einzunehmen, z. B. beim Jing-Jin-Ji-Integrationsplan und der One Belt One Road-Initiative”, kommentierte George Sartorel, Regional CEO der Allianz für den Asien-Pazifik-Raum, den Schritt nach Peking.

Dass zwischen der Allianz und China eine besondere Symbiose besteht, zeigen auch vermeintliche Übernahmegerüchte des Münchener Versicherers durch das HNA-Konglomerat Anfang September. “Ich habe wirklich keine Ahnung, woher dieses Thema gekommen ist”, äußerte sich Finanzvorstand Dieter Wemmer am Wochenende gegenüber der Börsen-Zeitung.

Allianz verkauft Sach-Rückversicherungsbestand an Compre

Wie ebenfalls bekannt wurde, hat die Allianz Sachversicherungs-AG zudem einen geschlossenen Sach-Rückversicherungsbestand an den britischen Run-off-Spezialisten Compre veräußert. Zum Umfang der Transaktion sowie zum Kaufpreis wurden jedoch keine Angaben gemacht. Bei dem Portefolio handelt es sich um einen Restbestand, der ehemals von der Vereinte Versicherung AG bzw. deren Rechtsvorgängern gezeichnet und in den späten 1990er-Jahren gekündigt wurde.

Bahr spricht sich gegen Fitnessbänder aus

Zudem sprach sich die Allianz am Wochenende gegen den Einsatz von Fitness-Armbändern für Bonusprogramme aus. “Eine Krankenversicherung darf den Tarif nicht vom persönlichen Verhalten abhängig machen. Das ist in Deutschland nicht erlaubt, und auch nicht richtig”, machte Vorstand Daniel Bahr gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung deutlich. “Wir werden so etwas nicht tun”, sagte der frühere Bundesgesundheitsminister.

“Das Risiko wird einmal eingeschätzt, beim Beitritt des Mitglieds, und dann nicht mehr verändert”, betonte Bahr. Bei dieser Gelegenheit kritisierte er den Fitnesstracker von Konkurrent Generali als einen “verunglückten Marketing-Gag”. Immerhin: Entsprechende Fitnessbänder seien “super, für mich persönlich als Marathonläufer, aber nicht als Versicherungsmanager”. (vwh/td)

Bildquelle: M. Hermsdorf / PIXELIO (www.pixelio.de)

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