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AIG: Milliardenstürme zerstören Sanierungserfolge

06.11.2017 – AIG_AIGEine Gewinnwarnung gab es bereits vor einem Monat. Nun sind die offiziellen Verluste des US-Versicherers bekannt. Im dritten Quartal machte AIG durch die US-Wirbelstürme einen Nettoverlust von 1,74 Mrd. Dollar, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Gewinn von 462 Mio. Dollar in den Büchern stand. Der neue AIG-Chef Brian Duperreault hatte sich seinen Start ganz anders vorgestellt.

Operativ gab es ein Minus von 1,22 Dollar je Aktie.  Allein die Wirbelstürme “Harvey”, “Irma” und “Maria” schlugen mit einer Schadenssumme von drei Mrd. Dollar vor Steuern in Kontor. Dazu kamen noch die Folgen der Erdbeben in Mexiko. Zudem führten Rückstellungen von 836 Mio. Dollar für Verluste im Zusammenhang mit Schadensansprüchen aus dem Vorjahr dazu, dass das Ergebnis noch schlechter ausfiel als von Experten befürchtet. Diese Altlasten machen AIG schon länger zu schaffen.

Der Konzern war 2008 tief in die Finanzkrise verstrickt und musste mit 182 Mrd. US-Dollar zurückzahlen. AIG hatte den Betrag mittlerweile erstattet, stand aber weiter unter staatlicher Beobachtung. Im Oktober wurde der Versicherer als nicht mehr systemrelevant eingestuft. In den USA prüfen die Aufseher systemrelevant eingestufte Banken, Versicherer und andere Finanzfirmen eingehender als andere Unternehmen. So gelten in den Vereinigten Staaten beispielsweise striktere Kapitalvorgaben.

Im ersten Quartal lief es für AIG noch gut, der Konzern verdiente 1,19 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis betrug 1,37 Mrd. US-Dollar (2016: 765 Mio. Dollar). Doch dieser Aufschwung vor vorhersehbar, weil das erste Quartal des Jahres 2016 miserabel war. Konzernchef Peter Hancock war nach Kritik aus der Führungsriege und von Aktionären an der Entwicklung des Unternehmens im März zurückgetreten.

Nachfolger wurde Brian Duperreault, Chef des Bermuda-Versicherers Hamilton. Er erhielt eine Einmalzahlung in Höhe von zwölf Mio. Dollar und ein Jahresgehalt von 1,6 Mio. Dollar. Zusätzlich zahlte AIG 40 Mio. Dollar an Hamilton, damit sie Duperreault freistellen. Der 70-jährige Versicherungsmanager will AIG in die digitale Zukunft führen und hat dafür auch die Unterstützung von Starinvestor Carl Icahn, der vier Prozent an AIG hält, und Ex-CEO Hancock schon immer loswerden wollte. (vwh/dg)

Bildquelle: AIG

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