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Abwicklung von Policen schafft unternehmerischen Mehrwert

09.03.2018 – Kuehl_Henning_Policen_DirektVon Henning Kühl. Für die Kunden besteht angesichts der Diskussion um die Abwicklung von Lebensversicherungsbeständen kein Grund zur Panik. Die gesetzlichen Vorgaben für mögliche externe Run-offs sind vorhanden. Die Versicherungsaufsicht ist dabei keineswegs Erfüllungsgehilfe der Versicherungsgesellschaften, sondern hat vielmehr für die Interessen der Verbraucher einzutreten.

Genehmigungen sind kein Selbstläufer wie die gescheiterte Übernahme der Delta Lloyd durch die japanische Nomura und die nicht unerheblichen Bearbeitungszeiten der aktuellen Fälle um die Arag Leben und die Basler Direktion Deutschland zeigen. Sollte der Finanzausschuss des deutschen Bundestages tatsächlich eine komplette Bewertung der Versicherungslandschaft angehen wollen, gilt nach wie vor für externe Run-offs, dass Versicherte dadurch bezüglich der Überschussbeteiligung nicht schlechter gestellt werden.

Der jüngst geäußerte CDU-Vorschlag, Kunden um Erlaubnis für einen externen Run-off zu fragen, ist ohne praktischen Nutzen. Was hätte der Versicherte von einer derartigen Regelung, muss doch der Bestandskäufer nachweislich von ordentlicher Ertragskraft sein? Wenn ein Interessent für eine große Gesellschaft existieren und die Bafin tatsächlich zustimmen sollte, bleiben vertragliche Garantien unverändert bestehen.

Ausdrücklich muss die Versicherungsgesellschaft ihren Sitz in Deutschland haben und damit die gleichen Transparenzpflichten erfüllen. In einem jährlichen Bericht muss auch der verantwortliche Aktuar darlegen, wie künftige Verpflichtungen erfüllt werden. Der Kunde darf im Prinzip nicht merken, dass sein Vertrag von einem anderen Unternehmen verwaltet wird. Der vielzitierte chinesische Investor muss also entweder eine deutsche Gesellschaft kaufen oder einen eigenen deutschen Versicherer gründen. Allenthalben wird diskutiert, inwiefern ein externer Run-off negative Auswirkungen auf Versicherte haben kann.

Für den Zweitmarkt indes spielt es keine Rolle, ob ein Unternehmen im Run-off ist oder nicht. Die Finanzstärke ist entscheidend und die Tatsache, ob ein Unternehmen seinen Verpflichtungen nachkommt. Wir beobachten, dass viele Kunden aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage eine Kündigung ihrer Police in Betracht ziehen. Die Nachricht, dass der Vertrag womöglich bald an eine andere Gesellschaft verkauft wird, stellt aber keinen hinreichenden Grund dar für die vorzeitige Beendigung des Vertrages. Horrorszenarien wie der breit diskutierte mögliche Crash in der Lebensversicherung halten wir für übertrieben. Die Garantien sind sicher.

Allerdings können 30 von 84 Lebensversicherern ihre gesamten Rechnungszinsverpflichtungen – Garantiezins und Zinszusatzversicherung – nicht mehr allein durch ihre Kapitalerträge erfüllen. Wenn Kosten und Risikogewinne dazu herangezogen werden müssen, ist das für Kunden ein Nachteil.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft.

Bild: Henning Kühl ist Chefaktuar der Policen-Direkt Gruppe. (Quelle: Policen Direkt)

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