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Weidmann: Finanzkrise erinnert an einen Film von Agatha-Christie

10.04.2014 – weidmann-8787Zum Auftakt des Deutschen Banken Tages hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann in seiner traditionellen Eröffnungsrede den Zustand der Banken beklagt und die Vorgänge rund um die Finanz- und Staatsschuldenkrise mit der Agatha-Christie-Verfilmung “Tod im Orient-Express” verglichen. Die Welt berichtet:

“Weidmann beginnt mit zwölf Messerstichen. Mit denen sei der amerikanische Geschäftsmann Mr. Ratchett in dem Agatha-Christie-Film ‘Mord im Orient-Express’ im Zug nach Istanbul umgebracht worden. Eine Reihe von Passagieren hatte ein Motiv. Auf der Suche nach dem einen Schuldigen kommt dann der Kommissar zu dem Schluss, dass es auch zwölf Schuldige für diesen Mord gibt.

Das erinnert Weidmann an die Finanzkrise. Auch hier gebe es viele Schuldige: Nicht nur die Banken hätten sich falsch verhalten, sondern auch die Notenbanken hätten Fehler gemacht. Sie hätten Anreize zu Fehlinvestitionen gesetzt. Gleichzeitig habe die Politik immer weniger die Märkte reguliert. Und zu wenige Ökonomen hätten die Entscheidungsträger gewarnt.”

Gewarnt hat auch Bankenpräsident Jürgen Fitschen und zwar die Politik vor weiteren Regulierungsmaßnahmen: Wörtlich sagte Fitschen gegenüber der Welt: “Wir haben jetzt eine ganze Reihe an neuen Regulierungen eingeführt. Das System ist damit sehr viel sicherer geworden. Jetzt sollten wir die angestoßenen Vorhaben erst einmal zu Ende bringen und sehen, wie sie wirken. Das ist viel wichtiger, als schon wieder mit neuen Ideen zu kommen.” Der Co-Chef der Deutschen Bank betonte, dass die Branche aus seiner Sicht nicht überreguliert sei. “Die Banken haben nie gesagt, dass wir keine Regulierung wollen. Wir sagen nur, die Regulierung muss effizient sein. Das war sie in der Vergangenheit nicht immer.”

Bundespräsident Joachim Gauck hingegen hält die notwendigen Reformen im Bankenwesen für “noch lange nicht abgeschlossen”, wie er in seiner Rede klarstellte. Die Branche habe zwar sieben Jahre nach dem Ausbruch der weltweiten Finanz- und Schuldenkrise aus Fehlern gelernt und befinde sich im Wandel, sagte Gauck. Über das Ausmaß der Bankenregulierung müsse aber weiter gerungen werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) appellierte dabei an die Branche, gemeinsam mit der Regierung nach Lösungen zu suchen. Er versprach den Bankmanagern, alle weiteren Regulierungsschritte “im Dialog mit ihnen zu tun”. Dabei sollten die Banken ihre Energie und Kompetenz aber “nicht zu sehr nur in der Vertretung ihrer kurzfristigen Interessen und die Abwehr neuer Regulierung stecken”. Vielmehr sollten “wir uns gemeinsam darum bemühen, eine optimale Finanzmarktordnung zustande zu bringen”. (vwh)

Bild: Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank spricht Klartext. (Quelle: Deutsche Bundesbank)

Link: Weidmann ärgert sich über den Zustand der Banken

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