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“Wehe, wenn die Sache außer Kontrolle gerät”

18.02.2015 – szlogoNicht nur die Nerven der Verhandlungsführer sind aufs Äußerste gespannt, auch die der Beobachter, Investoren, Kleinanleger und Steuerzahler: Kann beim Verhandlungspoker mit Griechenland eine Einigung erzielt werden oder nicht, lautet die alles entscheiden Frage? Nikolaus Piper hat heute in der Süddeutsche Zeitung auf Seite zwei zum Thema des Tages verschiedene Szenarien durchgespielt und warnt: Wehe, es geht schief.

Piper sieht den griechischen Finanzminister und Profesor für Spieltheorie Yanis Varoufakis in einem Pokerspiel, in dem alles ausgereizt wird: “Bei den Verhandlungen mit der Euro-Gruppe in Brüssel traten Varoufakis und seine Leute so auf, dass selbst jene resignieren, die glauben, dass Ministerpräsident Alexis Tsipras mit seiner Kritik an der verordneten Sparpolitik „zu 50 Prozent“ recht hat” berichtet Piper, und zitiert Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, der nach dem Scheitern der Verhandlungen die Wahrscheinlichkeit des Austritts Griechenlands aus dem Euro von 25 auf 50 Prozent heraufgestuft hat.

Im Falle eines Grexit droht, nach Krämer: “Griechischen Banken könnten innerhalb kurzer Zeit die Euros ausgehen. Sie wären zahlungsunfähig und müssten verstaatlicht werden. Dem Land drohte der Zusammenbruch des Geldwesens, die Regierung könnte noch nicht einmal ihre eigenen Angestellten bezahlen. Um das zu verhindern, müsste Athen eigenes Notgeld drucken, das dann „Drachme“ oder auch anders heißen könnte.” [...] “Der kritische Punkt sind die Schulden. Die griechische Regierung wird dem Ausland gegenüber den Bankrott erklären und den Schuldendienst einstellen. Es gibt aber auch private Unternehmen, die sich in Euro jenseits der Grenzen verschuldet haben.”

Die Auswirkungen für den Rest der Euro-Zone hält Krämer für beherrschbar, denn “erstens haben Europas private Banken den größten Teil ihres Griechenland-Engagements bereits verloren und zweitens werde der Austritt Griechenlands keine Panik unter den Bankkunden der anderen Krisenländer Portugal, Spanien und Italien auslösen: „Alle wissen, dass Griechenland ein Sonderfall ist“, meint Krämer. Die Länder stehen unter dem Euro-Rettungsschirm und können notfalls mit massiven Hilfen rechnen. (vwh)

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