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Von Schuld und Sühne im Griechen-Poker

30.06.2015 – griechischer_euro_pixelio“Niemand kann 100 Prozent bekommen”, kommentierte Bundeskanzlerin Angela Merkel die derzeit festgefahrene Situation im Schuldenstreit mit Athen. In beinahe harmonischer Eintracht mit ihrem Wirtschaftsminister verkündete sie vor der versammelten Presse, dass allein Griechenland die Schuld am Scheitern der Verhandlungen trage.

Sigmar Gabriel bediente sich allerdings schärferer Worte: “Denken in ideologischen Kategorien” lautete der Vorwurf in Richtung Tsipras-Regierung, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung. So entscheide die griechische Bevölkerung am kommenden Sonntag nicht über die Reformpläne der Geldgeber, sondern schlicht über den Verbleib in der Eurozone.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nutze die Gelegenheit der Stunde zu einem letzten verzweifelten Appell: “Ich appelliere an das Volk, Ja zu sagen – egal, was die Frage ist”, wird er heute im Handelsblatt zitiert. Was zunächst für Gelächter im Brüsseler Pressesaal sorgte, scheint dem Luxemburger jedoch bitterernst. So stehe das griechische Volk vor einer historischen Entscheidung: “Ein Nein hätte katastrophale Folgen. Es wäre ein Nein der Griechen zu Europa.”

Während die europäischen Börsen zum Wochenstart wie erwartet einen turbulenten Wochenstart erlebten, herrscht in der griechischen Bevölkerung eine gespenstische Gelassenheit, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Doch der Schein trüge, dürften einzelne Wirtschaftsbranchen doch schnell in Bedrängnis geraten, so das Magazin weiter.

Unterdessen betreiben derweil einige Abgeordnete des gemäßigten Syriza-Flügels intensive Krisendiplomatie, um die Gläubiger noch zum Einlenken zu bewegen – Ergebnis offen. Denn derzeit gebe es “im Augenblick für mich keinen zwingenden Grund, einen Sondergipfel zu machen”, betonte die Kanzlerin. Gleichzeitig bestätigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass die griechische Regierung die im Juni fällige Rate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht zahlen werde. Dadurch entfalle jede künftige Zahlung durch den IWF. (vwh/td)

Bild: Griechischer Euro (Quelle: Kurt F. Domnik / pixelio.de)

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