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US-Justiz ermittelt – Winterkorn verspricht Aufklärung

23.09.2015 – Screenshot VW Winterkorn VideobotschaftIn Wolfsburg überschlagen sich die Ereignisse: In einer Videobotschaft schließt Martin Winterkorn einen Rücktritt aus und verspricht schonungslose Aufklärung. Der Berliner Tagesspiegel dagegen zitiert ein Mitglied des Aufsichtsrates: Winterkorn wird an diesem Freitag als Volkswagen-Chef abgelöst. Amerikanische Medien berichten, dass das US-Justizministerium ermittelt, ob dem Konzern kriminelle Machenschaften vorzuwerfen seien.

Die Volkswagen-Abgasaffäre weitet sich drastisch aus: Die Vorwürfe werden in den USA als so schwerwiegend angesehen, dass es nicht bei den Untersuchungen der Umweltbehörde EPA bleibt. Mittlerweile habe auch das Justizministerium strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, berichten mehrere US-Medien. Verantwortlichen bei VW drohen strafrechtliche Konsequenzen. Erste Sammelklagen von Hunderttausenden VW-Käufern gingen bereits Montag ein. Auch Großankläger könnten wegen des Aktienabsturzes auf Schadenersatz klagen.

Europas größter Autobauer räumte unterdessen ein, dass elf Millionen Fahrzeuge weltweit von Abgas-Manipulationen betroffen sind. Nach internen Prüfungen kündigte das Unternehmen eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr an. Demnach würden im dritten Quartal rund 6,5 Mrd. Euro “ergebniswirksam zurückgestellt”, teilte VW am Dienstag mit.

Die Volkswagen-Aktie verlor nach der Gewinnwarnung massiv an Wert. Ihr Kurs fiel zeitweise um 23 Prozent, nachdem er schon am Montag 18,6 Prozent verloren hatte. Das entspricht einem Wertverlust von knapp 27 Mrd. Euro innerhalb zwei Tage.

Im Skandal um Abgas-Manipulationen des Dax-Konzerns setzt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Untersuchungskommission ein. Die Kommission unter Leitung von Verkehrs-Staatssekretär Michael Odenwald werde noch diese Woche nach Wolfsburg reisen, sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin. Italien, Frankreich, Großbritannien, Südkorea und die Schweiz kündigten an, eigene Ermittlungen gegen VW einzuleiten.

Gleichzeitig ist der Bundesregierung seit Langem bekannt, dass Autohersteller bei Abgastests Abschalteinrichtungen benutzen können. Dies geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen vom 28. Juli hervor. (vwh/dg)

Bild: Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG Martin Winterkorn (Quelle: Screenshot des Video-Statements)

Link: Video-Statement von VW-Chef Martin Winterkorn

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