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Urteil gegen Uli Hoeneß veröffentlicht

31.10.2014 – Für Freunde großer Zahlen mit einem Faible für komplizierte Investitionsvorhaben hat das Oberlandesgericht München (OLG) jetzt das Urteil gegen den Fußball-Manager und ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München, Ulrich Hoeneß, in anonymisierter Form veröffentlicht. Auf insgesamt 50 Seiten lässt sich jetzt detailliert die Konstruktion nachvollziehen, die Hoeneß wegen sieben tatmehrheitlichen Fällen der Steuerhinterziehung eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten beschert hat.

Auszug aus dem Urteil:

Unter Abwägung sämtlicher für und wider den Angeklagten sprechenden Umstände hat die Kammer die folgenden tat- und schuldangemessenen und erforderlichen Einzelstrafen festgesetzt:

    • 2003: 14.934.493,49 Euro / zwei Jahre und sechs Monate
    • 2004: 142.151,30 Euro / sechs Monate
    • 2005: 10.749.872,65 Euro / zwei Jahre und sechs Monate
    • 2006: 323.750,72 Euro / sieben Monate
    • 2007: 1.149.174,90 Euro / ein Jahre und drei Monate
    • 2008: 894.486,47 Euro / ein Jahre und drei Monate
    • 2009: 268.301,67 Euro / sieben Monate

(Jahr: Steuerverkürzung / Strafe)

Dabei ist die Kammer in erheblichem Maße von den durch den BGH in seinem Urteil vom 02.12.2008 entwickelten Grundsätzen zur Strafzumessung bei Steuerhinterziehung abgewichen, weil dies angesichts der außerordentlichen Umstände des Einzelfalles geboten war. Der Angeklagte hat sich mit seiner überstürzten Selbstanzeige selbst steuerstrafrechtlichen Ermittlungen ausgeliefert. Mangels einer Rechtshilfe in Fällen „einfacher” Hinterziehung direkter Steuern durch die schweizerische Konföderation wären Ermittlungen aber voraussichtlich nicht mit einem vergleichbaren Erfolg geführt worden, wenn sich der Angeklagte durch seine – insbesondere zuletzt – rückhaltlose Kooperation nicht geradezu „ans Messer geliefert“ hätte.

Mit Rücksicht auf den engen zeitlichen, örtlichen und inhaltlichen Zusammenhang der Taten und nach nochmaliger Abwägung sämtlicher für und wider den Angeklagten sprechender Gesichtspunkte hat die Kammer unter maßvoller Erhöhung der höchsten Einzelstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe gemäß §§ 53, 54 StGB eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten festgesetzt, welche tat- und schuldangemessen und erforderlich ist. (vwh)

Link: Urteil gegen Ulrich Hoeneß

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