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TOP FLOP TREND KW45

30.10.2015 – Top_Flop_Trend_HanitzschÜberraschende Nachricht aus Frankfurt und zwar aus der Gralsburg der deutschen Sparer- und Stabilitätsseele, der Deutschen Bundesbank. In ihrem diese Woche vorgelegten Monatsbericht befreit sie mit ökonomischen Daten von dem demotivierenden Angstgespenst des Niedrigzinses.

TOP: Die Höhe der Zinsen habe kaum Einfluss auf die Sparquote und das private Anlageverhalten, schreibt sie. Trotz aller Wehrufe über mangelnde Rendite bleiben sie bei ihrer redlichen Linie “Spare ,spare” treu.

So wächst der Anteil von Sichteinlagen im Vermögensmix trotz niedriger Zinsen, die Zahl der Aktionäre sinkt. Haben die Niedrigzinsen also überhaupt
einen signifikanten Einfluss auf das Anlageverhalten? Nein, urteilt die Bundesbank. Die zu erzielende Rendite sei nur eine von vielen Determinanten auf das Sparverhalten.

Lebenszyklen etwa – ältere Menschen sparen mehr und sicherer- und die persönliche Erfahrung und Risikoeinstellung seien dafür mehr von Bedeutung, ebenso wie Einkommen und Einkommenserwartungen. Diese These stützt die in die Jahre gekommene Geldwächterin auch mit einer Befragung unter den knapp 4.000 Teilnehmern des Bundesbank-Haushaltspanels: Demnach haben 77 Prozent der Haushalte ihr Sparverhalten aufgrund der Niedrigzinsen überhaupt nicht verändert.

In Treue fest – eigentlich müsste das gerade auch den Versicherern gefallen mit ihren langen Vertragslaufzeiten, die jetzt an der guten alten Kapital-LV zweifeln lassen. Noch niemand hat ja dadurch Geld verloren, allenfalls nicht so viel Rendite gehabt wie erwartet und propagiert. Doch das ist den Deutschen scheint’s egal. Sicherheit geht vor: TOP.

FLOP: Dem Journalistenmenschen widerfahren im Normalmodus seiner Berichterstattung schon sonderbare Dinge. Da findet in der Residenz München ein Finanzgipfel mit rund 600 hochkarätigen Vertretern des Finanzsektors zum Thema “Chancen der Digitalisierung für Banken und Versicherung” statt. Prominente Referenten von allerhöchsten Politik- und Branchenebenen schilderten eindringlich den revolutionären Umbruch, der sich durch die digitalen Möglichkeiten verbreite.

Beeindruckt wollte der Journalist gegen Ende seinen Bericht der Zentralredaktion durchgeben. Seine Frage nach einem Wlan-Zugang von dem Summit aus begegnete zunächst verwundertem Staunen. Nach der Befassung mit einer nächst höheren Stelle, dann die Antwort: Nicht vorhanden. Der pflichtbewusste Journalist wanderte daraufhin mit seinem Laptop in ein nahes Café, wo er bei einem Espresso doppio seiner Berichtspflicht nachkam – per freiem Wlan. Dabei ließ er ungesagt, wie er den Gegensatz zwischen großforensischer Verkündung und Praxis empfand. Nämlich komisch: FLOP.

TREND ist die Beständigkeit in der Übereinstimmung von Vorhaben und Ausführung, von Proklamation und Power.

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